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Allgemeinmedizin Blut spenden - Leben retten

Wann haben Sie zum letzten Mal Blut gespendet? Nur 7 Prozent der Menschen in Bayern gehen zum Blutspenden, dabei ist das Prozedere unkompliziert und für gesunde Spender nahezu risikofrei. Allgemeinmediziner Dr. Klaus Tiedemann klärt rund um das Thema Blutspende auf.

Stand: 12.06.2018

Person spendet Blut - Arm mit Kanüle | Bild: Colourbox

Warum Blut spenden?

Für die moderne Transfusionsmedizin, um Verletzte und Kranke zu versorgen, werden in Bayern jeden Tag rund 2.000 Blutspenden benötigt. Der Bedarf in ganz Deutschland liegt bei 15.000 Blutspenden pro Tag.

Jeder Dritte ist mindestens einmal im Leben auf eine Blutspende angewiesen. Gäbe es keine Blutspenden, könnten viele Operationen und Transplantationen nicht durchgeführt werden und unser medizinisches Versorgungssystem würde nicht funktionieren.  

Das meiste Blut wird laut Statistik der DRK-Blutspendedienste zur Behandlung von Krebspatienten benötigt, gefolgt von Erkrankungen des Herzens, Magen- und Darmkrankheiten, Sport- und Verkehrsunfällen.

"Blut spenden ist nicht nur Ehrensache, sondern auch Selbstschutz."

Dr. Klaus Tiedemann, Allgemeinmediziner

Wie läuft eine Blutspende ab?

  • Anmeldung: Aufnahme persönlicher Daten
  • Medizinischer Fragebogen: Wichtige Informationen und Fragen rund um Ihre Gesundheit
  • Hämoglobinwert-Bestimmung: Mittels eines Bluttropfens wird der sogenannte Hb-Wert und bei Erstspendern zusätzlich die Blutgruppe im Schnelltestverfahren bestimmt.
  • Ärztliche Untersuchung: Es findet ein Arztgespräch mit Untersuchung von Blutdruck, Puls und Körpertemperatur statt.
  • Blutspende: Krankenschwestern und -pfleger führen die Blutentnahme durch.
  • Ruhepause und Imbiss: Nach der Blutentnahme bleibt man noch etwa zehn Minuten liegen und stärkt sich anschließend mit bereitstehenden Getränken und einem Imbiss.

Wie lange dauert das ganze Prozedere?

Die Blutspende selbst dauert ungefähr zehn Minuten, jedoch sollten Sie anschließend noch einige Zeit liegen bleiben, um den Kreislauf zu schonen. Auch die Formalitäten und das Arztgespräch vor der Blutspende benötigen etwas Zeit, sodass Sie insgesamt ungefähr eine Stunde einplanen sollten.

Wie bereite ich mich auf die Blutspende vor?

Damit man die Blutspende gut verträgt, sollte man vorher ausreichend getrunken und gegessen haben. Vor allem Flüssigkeit ist wichtig - trinken Sie mindestens zwei Liter Wasser oder andere antialkoholische Getränke.

Bringen Sie zur Blutspende einen Lichtbildausweis und, falls vorhanden, Ihren Blutspendeausweis mit.

Wer ist als Spender geeignet?

  • Gesunde Menschen zwischen 18 und 72 Jahren mit einwandfreien Kreislauffunktionen und ausreichendem Hämoglobinwert können Blut spenden.
  • Erstspender sollten nicht älter als 64 sein.
  • Innerhalb eines Jahres können Frauen viermal, Männer sechsmal Blut spenden. Mindestens 56 Tage sollten zwischen zwei Blutspenden liegen. Durch eine Abfrage per Fragebogen und im Arztgespräch unmittelbar vor der Blutabnahme werden Faktoren abgeklärt, die gegen eine Blutspende sprechen, z. B. Medikamenteneinnahme, vergangene Operationen, Magen- und Darmspiegelungen und andere Eingriffe.

Einschränkungen gibt es u. a. in folgenden Fällen

  • Sollte eine Blutgerinnungsstörung bekannt sein, muss die Blutspendefähigkeit vorher beim Arzt abgeklärt werden.
  • Auch Diabetiker und Menschen mit der Schilddrüsenerkrankung Hashimoto dürfen nicht uneingeschränkt und ohne vorherige ärztliche Abstimmung Blut spenden.
  • Nach einer Impfung sollte man diese im Arztgespräch erwähnen, da vor allem bei Impfungen mit lebenden Erregern, wie Hepatitis-B, Masern-Mumps-Röteln oder Varizellen mindestens ein Monat Abstand zur Impfung bestehen muss.

Wie viel Blut wird abgenommen?

Etwa 500 ml

Warum wird der Hämoglobinwert vorab getestet?

Der Hämoglobinwert ist ein gutes Maß für die Blutmenge im Körper.

Muss man seine Blutgruppe kennen, wenn man zur Blutspende geht?

Das ist nicht nötig, die Blutgruppe wird durch einen Schnelltest vor Ort bestimmt.

Warum verträgt man nur das Blut einer bestimmten, nämlich der eigenen Blutgruppe?

Beim Kontakt mit fremdem Blut, das unterschiedliche Merkmale hat als das eigene, kommt es zu Verklumpungen, die zum Tode führen. Die entscheidenden Merkmale, die mit den Eiweißen auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen zu tun haben, sind Blutgruppe und Rhesusfaktor und müssen unbedingt übereinstimmen.

"Blut spenden ist die einfachste Art, Leben zu retten."

Dr. Klaus Tiedemann, Allgemeinmediziner

Für weitere Informationen zum Thema Blutspende besuchen Sie auch: https://www.blutspendedienst.com/


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