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Service Augengesundheit Bindehautentzündung

Eine Bindehautentzündung ist mit Abstand die häufigste Erkrankung des Auges. Fast jeder leidet irgendwann einmal daran. Was kann man als Betroffener tun? Wann sollte man einen Arzt aufsuchen? Und kann man einer Bindehautentzündung vorbeugen? Informationen von Augenarzt Dr. Tobias Neuhann.

Stand: 22.04.2015

Bindehautentszündung | Bild: mauritius-images

Bindehautentzündung - was ist das genau?

Die Bindehaut ist eine Schleimhautschicht im Auge. Sie hat die Funktion, den Tränenfilm zu verteilen und Krankheitserreger abzuwehren. Dringen Erreger ins Auge ein, wird die Schleimhaut vermehrt durchblutet, um diese abzuwehren. Deshalb kommt es bei einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) zu einer Rötung der normalerweise durchsichtigen Bindehaut. Weitere Symptome sind:

  • vermehrte Sekretabsonderung (je nach Auslöser eitrig oder wässrig)
  • Drücken, Brennen und/oder Jucken
  • Fremdkörpergefühl
  • geschwollene, verklebte Augenlider
  • Licht- und/oder Blendempfindlichkeit
  • Sehstörungen, die durch die Absonderung von Sekret bedingt sind

Ursachen

Bindehautentzündungen können unterschiedliche Ursachen haben:

  • Viren: Am häufigsten werden Bindehautentzündungen von hochinfektiösen Adenoviren ausgelöst. Die Übertragung erfolgt über verunreinigte Gegenstände, z. B. Türklinken, Telefone oder Handtücher. Sind Viren der Auslöser, ist das Sekret wässrig. Zudem sind bei einer viralen Bindehautentzündung häufig auch die Lymphknoten vor dem Ohr geschwollen.
  • Bei einer Bindehautentzündung, die durch Bakterien (z. B. Pneumokokken oder Clamydien) ausgelöst wurde, sondert das Auge eitriges Sekret ab. Auch bakterielle Bindehautentzündungen sind ansteckend und werden durch kontaminierte Gegenstände oder z. B. durch Händeschütteln übertragen.
  • Umweltreize, wie z. B. Rauch, Chlor oder Staub
  • Zugluft
  • Allergien, z. B. ausgelöst durch Pollen
  • trockene Augen
  • sehr selten: Pilze und Parasiten

Wann sollte man zum Arzt gehen?

In der Regel ist eine Bindehautentzündung harmlos und heilt auch ohne Behandlung innerhalb kurzer Zeit wieder ab. Dennoch sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, denn hinter einer vermeintlich harmlosen Bindehautentzündung kann auch eine schwerwiegende Augenkrankheit stecken, die zeitnah behandelt werden muss, um nicht dauerhafte Schäden an den Augen zu verursachen. Dazu zählen z. B.:

  • eine Infektion mit Herpesviren
  • Hornhautverletzungen
  • Entzündungen in tiefer liegenden Schichten des Auges, z. B. Regenbogen-, Leder- oder Hornhaut oder der Augenmuskeln
  • Auch die plötzliche Steigerung des Augendruckes bei einem akuten Glaukom-Anfall (grüner Star) kann ähnliche Symptome wie eine Bindehautentzündung auslösen.

Vorbeugung

  • Achten Sie auf besondere Hygiene wenn jemand in Ihrem Umfeld an einer viralen oder bakteriellen Bindehautentzündung erkrankt ist. Benutzen Sie z. B. nicht das gleiche Handtuch, waschen Sie sich häufiger die Hände usw.
  • Fassen Sie sich nicht mit ungewaschenen Händen in oder an die Augen.
  • Verwenden Sie nicht zu häufig sogenannte Weißmacher, die bewirken, dass sich die Blutgefäße in den Augen zusammenziehen und die Augen somit weißer erscheinen. Diese Augentropfen trocknen die Augen aus, was eine Bindehautentzündung begünstigen kann.
  • Vermeiden Sie Zugluft.

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