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Augenheilkunde Tipps gegen Bindehautentzündung

Die Augen brennen, tränen und sind rot. Das sind die Symptome bei einer Bindehautentzündung. Die Bindehautentzündung ist die mit Abstand häufigste Augenerkrankung. Wie Sie die Infektion richtig behandeln können, erklärt Augenärztin Dr. Alexandra Király-Bösl.

Stand: 04.06.2019

Aus einer Pipette tropft ein Tropfen Flüssigkeit in ein geöffnetes Auge. | Bild: colourbox.com

Bindehautentzündung

Die Bindehaut ist eine Schleimhautschicht im Auge. Ihre Funktion besteht darin, den Tränenfilm zu verteilen und Krankheitserreger abzuwehren. Gelangen Erreger ins Auge, wird die Schleimhaut vermehrt durchblutet, um diese Erreger abzuwehren. Daher kommt es bei einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) zu einer Rötung der normalerweise durchsichtigen Bindehaut.

Weitere Symptome können sein

  • vermehrte Sekretabsonderung (je nach Auslöser eitrig oder wässrig)
  • Sehstörungen bedingt durch Sekretabsonderungen
  • Druckgefühl, Brennen und/oder Jucken
  • Fremdkörpergefühl
  • geschwollene, verklebte Augenlider
  • Licht- und/oder Blendempfindlichkeit

Mögliche Ursachen

  • Viren: Am häufigsten wird eine Bindehautentzündung durch hochinfektiöse Adenoviren ausgelöst. Die Übertragung erfolgt über verunreinigte Gegenstände, z. B. Türklinken, Handtücher oder Telefone. Sind Viren der Auslöser, ist das Sekret wässrig. Zudem sind meist die Lymphknoten vor dem Ohr geschwollen.
  • Bakterien: Bei einer durch Bakterien (z. B. Pneumokokken oder Chlamydien) ausgelösten Bindehautentzündung, sondert das Auge eitriges Sekret ab. Auch bakterielle Bindehautentzündungen sind ansteckend und werden durch kontaminierte Gegenstände oder z. B. durch Händeschütteln übertragen.
  • Umweltreize: z. B. Chlor, Rauch, Staub oder Zugluft
  • Allergien: z. B. Pollen
  • trockene Augen
  • Pilze und Parasiten (sehr selten)

Wann Sie zum Arzt sollten

In der Regel ist eine Bindehautentzündung harmlos und heilt auch ohne Behandlung innerhalb kurzer Zeit wieder ab. Dennoch sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, denn hinter einer vermeintlich harmlosen Bindehautentzündung kann auch eine schwerwiegende Augenkrankheit stecken, die zeitnah behandelt werden muss, um nicht dauerhafte Schäden an den Augen zu verursachen. Dazu zählen z. B.:

  • Infektion mit Herpes-Viren
  • Hornhautverletzungen
  • Entzündungen in tiefer liegenden Schichten des Auges, z. B. Regenbogen-, Leder- oder Hornhaut oder der Augenmuskeln
  • Auch die plötzliche Steigerung des Augendrucks bei einem akuten Glaukom-Anfall (grüner Star) kann ähnliche Symptome wie eine Bindehautentzündung auslösen.

Therapiemöglichkeiten

  • Nur bei bakteriellen Entzündungen wirken antibiotische Augentropfen, nicht jedoch bei viralen.
  • Bei viralen Bindehautentzündungen hilft leider nichts außer Geduld. Leider sind auch virale Bindehautentzündungen hochansteckend.
  • Wichtig ist aber bei einer viralen Bindehautentzündung, Herpesviren ausschließen zu lassen, da sie eine schwere Hornhautentzündung verursachen können.

Achtung

Machen Sie bei einer Bindehautentzündung keine Kamillenumschläge auf die Augen, da diese oft allergisierend wirken!

Vorbeugung

  • Achten Sie auf besondere Hygiene, wenn jemand in Ihrem Umfeld an einer viralen oder bakteriellen Bindehautentzündung erkrankt ist. Waschen Sie sich häufiger die Hände und benutzen Sie nicht das gleiche Handtuch.
  • Fassen Sie sich nicht mit ungewaschenen Händen in oder an die Augen.
  • Verwenden Sie nicht zu häufig sogenannte Weißmacher, die bewirken, dass sich die Blutgefäße in den Augen zusammenziehen und die Augen dadurch weißer erscheinen. Diese Augentropfen trocknen die Augen aus, was eine Bindehautentzündung begünstigen kann.
  • Vermeiden Sie Zugluft.

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