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Bienen Nisthilfen für Mauerbienen

Kaum locken die ersten warmen Sonnenstrahlen, sind auch schon die ersten Wildbienen unterwegs. Besonders den Mauerbienen können Sie in jedem Garten und auf jedem noch so kleinen Balkon eine Nistmöglichkeit anbieten. Gartenexpertin Brigitte Goss erklärt, wie Sie diese Nisthilfen selber herstellen können.

Stand: 07.03.2019

Mauerbiene auf einem gelochtem Holzstück | Bild: Brigitte Goss

Unterkunft für Mauerbienen - die ersten wilden Bienen im Garten

Mauerbienen bzw. Wildbienen sind unverzichtbare Bestäuber unserer Obstgehölze und wesentlich bessere Bestäuber als die Honigbienen. Allerdings haben Wildbienen nicht die Kraft, weit zu fliegen. In einem Radius von 500 m spielt sich ihr ganzes Leben ab. Hier muss alles beisammen sein: Nahrung, Nistmöglichkeiten und Baumaterial. Gerade aus diesem Grund ist es wichtig, dass jeder Garten für die kleinen Brummer Lebensräume und Nisthilfen anbietet.

Kinderstube der Mauerbienen

Mauerbienen bilden - wie die meisten Wildbienen - keine Staaten, sondern leben als Einzelgänger. Die Weibchen legen in Röhren eine Brutzelle hinter der anderen an. In diese Brutzellen legen sie je ein Ei und Pollen als Proviant für den Nachwuchs zum Heranwachsen. Dann wird die Zelle mit Erde vermauert und die nächste Brutzelle angelegt.

Nisthilfen

Mauerbienen legen ihre "Nester" in Röhren an. Diese Röhren kann man ihnen auf unterschiedliche Weise anbieten:

Röhren (Bohrungen) in Holzblöcken:

  • Verwenden Sie immer Hartholz (Laubholz), das mindestens 10 cm tief ist.
  • Glätten Sie nach dem Bohren die Bohrungen mit einem Sandpapier.
  • Für Mauerbienen eignen sich Bohrweiten von 6-8 mm, für weitere Wildbienen 2-5 mm.
  • Bohren Sie immer ins Längsholz.  

Röhren aus hohlen Pflanzenstängeln, Strohhalmen oder gekauften Pappröhren

  • Die Röhren sollten hinten verschlossen sein. Natürliche Stängelknoten bilden den Abschluss. Oder: Im Gefäß mit Gips oder Lehm befestigen.
  • Halme müssen in einem Behälter befestigt werden, z. B. in Blechdosen oder Tetra Pak.
  • Achtung: Halme mit einem Innendurchmesser von 1 cm oder mehr werden nicht besiedelt!
  • Hohle Pflanzenstängel besitzen: Staudenknöterich, Wegwarte, Schilfhalme, Liebstöckel, Taglilie, Fenchel

Das sollten Sie unbedingt beachten

  • Die Röhren für die Mauerbienen sollten einen Durchmesser von 6 mm, 8 mm oder 9 mm haben.
  • Die Röhren und die Eingänge sollten unbedingt glatt sein.
  • Die Röhren sollten hinten und rundherum geschlossen sein.
  • Als Standort wäre eine sonnige Südwestlage optimal. Noch wichtiger ist allerdings, dass die Röhren unter einem Dach vor Feuchte und Wasser geschützt sind.

Hier zieht keine Biene ein

  • Gasbetonsteine
  • Poroton- und Blockziegel
  • Weichholzblöcke (Fichte, Kiefer)
  • Stroh
  • Hackschnitzel
  • Zapfen aller Art
  • Rindenstücke
  • Schneckenhäuser (an der Wand)

Schutz vor Vögeln

Obwohl die Mauerbienen zur Täuschung die erste Brutzelle leer lassen, sind sie unter Umständen sehr gefährdet. Vögel zerren ganze Niströhren aus dem Bienenhotel. Schützen Sie in jedem Fall die Brut mit einem Drahtgeflecht von einer Maschenweite von etwa 2 cm Breite.

Fremdmaterial für den Nestbau

Wildbienen brauchen generell viel Fremdmaterial für ihren Nestbau. Je nach Art wird zum Ausbau der Bruthöhlen folgendes benötigt:

  • Erde
  • Lehm
  • Sand
  • Harz
  • Blattstücke
  • Pflanzenhaare

Freuen Sie sich also beispielsweise über gelochte Blätter bei ihren Gartenrosen. Denn das waren die Blattschneiderbienen, die mit den Blattteilen das "Kinderzimmer" tapeziert haben.


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