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Sicherheit So schützen Sie sich vor Trickbetrügern!

Trickdiebstähle an der Haustür sind leider keine Seltenheit. Marcus da Gloria Martins von der Polizei München erklärt, mit welchen miesen Tricks die Betrüger vorgehen und wie Sie sich davor schützen können.

Stand: 25.02.2019

So schützen Sie sich vor Trickbetrügern! - Kreditkarte, Urlaub, Geldscheine | Bild: Picture Alliance

Trickdiebstahl in der Wohnung

Die Täter nutzen gezielt die Gutgläubigkeit und die Hilfsbereitschaft älterer Menschen aus. Sie verschaffen sich unter fadenscheinigen Gründen Zutritt zu den Wohnungen der Opfer, um dort zu stehlen.

Oft handelt es sich um zwei Täter: Während der eine das Opfer ablenkt, huscht der Komplize in die Wohnung und durchsucht diese nach Geld und Wertgegenständen. Oder sie wenden Tricks an, damit ihnen die Opfer Geld aushändigen. Häufig haben die Täter die Opfer im Vorfeld ausspioniert. Sie kommen beispielsweise direkt, nachdem das Opfer bei der Bank war.

Drei Grundmuster bei der Vorgehensweise

  • Der Täter täuscht eine Notlage vor und bittet das Opfer um Hilfe.
  • Der Betrüger täuscht eine offizielle Funktion vor, die ihn angeblich berechtigt, die Wohnung zu betreten (z. B. Handwerker, Polizeibeamter, Kirchenvertreter).
  • Der Täter gibt eine persönliche Beziehung zum Opfer oder dessen Nachbarn vor und verschafft sich so Zugang zur Wohnung.

Klassische Tricks, um in die Wohnung zu gelangen

  • Enkel-Trick: Bei diesem Trick meldet sich der Täter telefonisch und gibt vor, ein Enkel oder Neffe in Geldnöten zu sein. Er könne aber das Geld aus diesem und jenem Grund nicht persönlich abholen, sondern schickt einen Komplizen.
  • Glas-Wasser-Trick: Der Täter täuscht Übelkeit vor oder die Täterin eine Schwangerschaft und bittet um ein Glas Wasser.
  • Handwerker-Trick: Ein angeblicher Handwerker bietet Ihnen an, eine bestimmte Tätigkeit zu einem günstigen Preis auszuführen, z. B. eine Regenrinne zu säubern oder das Haus zu streichen. Er verlangt das Geld im Voraus und behauptet, nur schnell nochmal zum Auto zu gehen, um eine Quittung oder das Werkzeug aus dem Auto zu holen und verschwindet.
  • Hilfe-Trick: Der Täter bietet an, schwere Einkaufstaschen nach Hause zu tragen und bittet dann um ein Glas Wasser.
  • Papier-Bleistift-Trick: Der Täter bittet um Papier und/oder Bleistift, um dem Nachbarn eine Nachricht zu hinterlassen.
  • Polizisten-Trick: Der Täter gibt sich als Polizeibeamter aus, der z. B. kontrollieren muss, ob Sie im Besitz von Falschgeld sind und sammelt es gegen Quittung ein. Oder er bittet Sie nachzusehen, ob Ihr Geld noch da ist, da in Ihrer Straße eingebrochen wurde. Nachdem er gesehen hat, wo Sie das Geld aufbewahren, entwendet er es. Auch hier findet der Kontakt meist zunächst telefonisch statt.

Tipp

Polizeibeamte rufen übrigens niemals mit der Nummer 110 an! Dies ist nur ein Trick, um sich telefonisch als Polizei auszugeben.

  • Telefon-Trick: Der Täter bittet aufgrund einer Notlage darum, das Telefon zu benutzen. Entweder lässt er dann einen Komplizen herein, der Wertgegenstände entwendet, oder er wählt eine teure Bezahlnummer und legt nicht auf.
  • Teppichhändler-Trick: Manchmal werden auch an der Haustüre vermeintliche Schnäppchen, z. B. Teppiche, angeboten. In Wirklichkeit ist die Ware aber nur ein Bruchteil dessen wert, was die Opfer bezahlen.
  • Toiletten-Trick: Der Täter bittet, die Toilette benutzen zu dürfen. Oft wird auch ein Kind vorgeschoben, das angeblich ganz dringend auf die Toilette muss.
  • Wasserschaden-Trick: Wegen eines angeblichen Wasserschadens im Haus bittet der Täter, in der Wohnung nach einem Rohrbruch suchen zu dürfen.

So schützen Sie sich vor Trickbetrügern an der Haustür

  • Übergeben Sie nie Bargeld oder Wertsachen an Ihnen unbekannte Personen. Auch nicht an Personen, die sich als Polizisten ausgeben. Bargeld oder Wertgegenstände würde nie von der Polizei bei Ihnen zuhause abgeholt werden!!!
  • Lassen Sie niemals Fremde in Ihre Wohnung.
  • Versichern Sie sich immer, wer vor Ihrer Haustür ist, bevor Sie sie öffnen (Türspion, Gegensprechanlage) und legen Sie immer den Sperrbügel oder die Sicherheitskette vor, wenn Sie öffnen.
  • Steht vor Ihrer Haustür ein Fremder, der angeblich Ihre Hilfe braucht, lassen Sie ihn nicht herein. Reichen Sie ihm beispielsweise Schreibzeug oder ein Glas Wasser durch den Türspalt oder bieten Sie ihm an, in einem Notfall selbst nach Hilfe zu telefonieren. Lassen Sie die Türe dabei aber verschlossen.
  • Lassen Sie sich von Amtspersonen (z. B. Polizisten) immer den Dienstausweis zeigen. Sollten Sie Zweifel haben, dann rufen Sie bei der Behörde an. Aber Achtung: Suchen Sie sich die Telefonnummer selbst aus dem Telefonbuch. Falls Sie es mit einem Betrüger zu tun haben, wird Ihnen dieser eine falsche Nummer nennen, bei der ein Komplize abnimmt. Bitten Sie notfalls einen Nachbarn hinzu.
  • Lassen Sie Handwerker nur in Ihre Wohnung, wenn Sie sie entweder selbst bestellt haben oder von Ihrem Vermieter darüber informiert wurden.
  • Bewahren Sie keine größeren Mengen Bargeld oder wertvollen Schmuck zu Hause auf.
  • Seien Sie bei Anrufen von vermeintlichen Verwandten oder alten Bekannten misstrauisch und überprüfen Sie, ob es sich z. B. bei dem Anrufer tatsächlich um Ihren Enkel gehandelt hat. Misstrauen ist generell geboten, wenn es telefonisch um Geld oder Wertgegenstände geht. Geben Sie telefonisch weder Kontonummer noch sonstige persönliche Daten durch.

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