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Recht Wer haftet bei Schäden in der Waschanlage?

Viele Autobesitzer lassen ihr Auto regelmäßig in der Waschanlage waschen. Immer wieder kommt es dabei zu Schäden an den Fahrzeugen: Lackkratzer, abgebrochene Antennen, abgerissene Scheibenwischer usw. Wer kommt in solch einem Fall für den Schaden auf? Tipps von Rechtsanwalt Markus Saller.

Stand: 19.10.2018

Ein Mercedes in einer Waschanlage | Bild: picture-alliance/dpa

Wer haftet bei Schäden in der Waschstraße?

Der Betreiber muss für Schäden haften, die durch seine Waschanlage verursacht werden.

Allerdings muss der Kunde beweisen, ...

  • ... dass der Schaden tatsächlich in der Waschstraße entstanden ist. Das kann unter Umständen schwierig sein. Und der Kunde darf nicht selbst daran (Mit-)Schuld haben, weil er z. B. die Warnhinweise oder Anweisungen des Personals missachtet hat.
  • Sie können z. B. keinen Schadenersatz fordern, wenn Sie mit einem Fahrzeugmodell in die Waschstraße fahren, dass dafür nicht geeignet ist und der Betreiber Sie darauf hinweist bzw. das deutlich sichtbar nachzulesen ist.
  • Auch wenn Sie z. B. das Dachfenster oder die Scheiben nicht schließen, den Dachständer nicht abmontieren o. ä., muss der Betreiber nicht für entstandene Schäden haften.

Beachten Sie daher immer die Nutzungsbedingungen und Warnhinweise.

Dass die Scheiben in der Waschanlage geschlossen und der Scheibenwischer ausgeschaltet sein müssen, darauf müssen die Betreiber nicht extra hinweisen.

Können bestimmte Schäden pauschal ausgeschlossen werden?

  • Es kommt immer wieder vor, dass Waschstraßenbetreiber in ihren Nutzungsbedingungen bestimmte Schäden (z. B. Lackschäden) oder Autoteile (z. B. Zierleisten oder Spiegel) generell ausschließen. Das ist jedoch nicht rechtmäßig, denn es würde die Kunden unangemessen benachteiligen.
  • Allerdings kann die Haftung für Sonderausstattungen (z. B. Heckspoiler oder Reserveräder, die am Fahrzeug außen angebracht sind) ausgeschlossen werden. Ob und inwieweit die Nutzungsbedingungen überhaupt wirksamer Vertragsbestandteil werden können bzw. geworden sind, ist ein weiteres spannendes Problem. Sind sie nicht wirksam einbezogen, kann sich der Anlagenbetreiber auch nicht darauf berufen.

Was tun, wenn das Auto in der Waschanlage beschädigt wurde?

  • Entdecken Sie einen Schaden erst zu Hause oder sogar erst ein paar Tage später, ist es sehr schwierig bis unmöglich nachzuweisen, dass dieser durch die Waschanlage entstanden ist. Überprüfen Sie daher immer sofort nach dem Waschen Ihr Fahrzeug auf mögliche Schäden.
  • Machen Sie Fotos von der beschädigten Stelle. Noch besser ist es, wenn Sie auch vor dem Einfahren in die Waschstraße Fotos von Ihrem Fahrzeug anfertigen. Dann können Sie beweisen, dass der Schaden zuvor noch nicht bestanden hat.
  • Informieren Sie den Betreiber oder einen seiner Mittarbeiter umgehend und lassen Sie sich ein Schadenprotokoll anfertigen. Aber: ein Schadensprotokoll ist kein Schuldeingeständnis. Falls das Personal oder der Betreiber Ihnen den Schaden nicht schriftlich bestätigen möchte, notieren Sie den Namen des Mitarbeiters.
  • Bewahren Sie unbedingt die Rechnung auf und lassen Sie sich gegebenenfalls Namen und Anschrift von Zeugen geben.
  • Fordern Sie den Waschstraßenbetreiber schriftlich auf, den Schaden zu begleichen.
  • Weigert er sich, können Sie rechtliche Schritt einleiten.

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