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Finanzen Sparen bei der Autoversicherung

Stichtag für die Kündigung der KFZ-Versicherung ist der 30. November. Und da die Preisun-terschiede bei den KFZ-Versicherungen bis zu mehreren Hundert Euro pro Jahr betragen können, lohnt es sich, jetzt Versicherungen zu vergleichen und gegebenenfalls zu wechseln. Tipps vom Finanzexperten Sebastian Hanisch.

Stand: 08.11.2019

Ein Autoschlüssel auf mehreren aufgefächerten Geldscheinen. | Bild: BR/Sylvia Bentele

Preisrutsch bei Autoversicherungen?

Wie in jedem Jahr buhlen die Kfz-Versicherer auch in diesem Herbst besonders um neue Kunden - auch mit teils deutlichen Preisnachlässen. Der Hintergrund: Im November wechseln besonders viele Autofahrer ihren Versicherer bis zum Stichtag 30. November. Wer wechselt, kann daher oft sparen.

Wann kann ich meine Kfz-Versicherung wechseln?

Das Versicherungsjahr endet bei den meisten Versicherungen zum 31. Dezember. Eine ordentliche Kündigung ist mit einer Frist von einem Monat möglich. Das Kündigungsschreiben muss also bis zum 30. November bei der Assekuranz vorliegen. Ansonsten verlängert sich der Vertrag automatisch um ein Jahr.

Übrigens

Nach einer Prämienerhöhung, aber zum Beispiel auch nach einem Schadensfall oder bei einem Fahrzeugwechsel besteht ein Sonderkündigungsrecht. Bis zu einem Monat nach Erhalt der Ankündigung von Preiserhöhungen können sie dann kündigen.

Wo finde ich die beste Kfz-Versicherung?

Die konkrete Beitragshöhe der Versicherung hängt von verschiedenen Faktoren ab - etwa dem Alter des Fahrers, der gefahrenen Kilometerleistung etc. Daher müsste man bei jeder Versicherung ein individuelles Angebot anfordern, was ziemlich aufwändig ist. Bei Online-Portalen (wie etwa Verivox oder Check24), die Kfz-Versicherungen vergleichen, reicht es dagegen aus, nur einmal seine Daten anzugeben.

Doch Vorsicht: Nicht alle Versicherungen sind auf allen Portalen vertreten. Manche Unternehmen sind dort überhaupt nicht aufgeführt (wie etwa Huk24).

Tipp

Nutzen Sie wenigstens zwei Vergleichsportale. Sie können sich auch gegebenenfalls bei einzelnen großen Versicherern direkt auf deren Webseiten informieren.

Welche Versicherung benötige ich überhaupt?

  • Eine Kfz-Haftpflichtversicherung ist Pflicht. Sie zahlt für Schäden, die Sie bei anderen verursachen. Dabei sollte die Deckungssumme am besten nicht weniger als 100 Millionen Euro betragen. Pro geschädigte Person sollten wenigstens 12 oder noch besser 15 Millionen Euro abgedeckt sein. In der Zwischenzeit ist erfreulicherweise der Verzicht auf die "Einrede der groben Fahrlässigkeit" fast Standard. Das bedeutet, die Versicherer kürzen ihre Leistungen nicht, auch wenn Sie sich grob fahrlässig verhalten, etwa eine rote Ampel überfahren und dadurch einen Unfall verursachen. Aber achten Sie genau auf die Bedingungen: Bei Fahrten unter Alkohol- bzw. Drogeneinfluss oder teilweise auch bei der Nutzung eines Handys am Steuer können die Versicherer ihre Leistungen kürzen.
  • Eine Teil- bzw. Vollkaskoversicherung kommt zusätzlich für Schäden auf, die am eigenen Auto entstehen, etwa durch Vandalismus, einen selbstverschuldeten Unfall, Überschwemmungen o.ä.. Informieren Sie sich über die Leistungen und die zusätzlichen Versicherungsbeiträge. Überlegen Sie sich, ob sich der zusätzliche Schutz für Sie lohnt. Je älter das Auto ist, desto eher kann man auf die Kaskoversicherung verzichten. Achten Sie grundsätzlich auf das Leistungsangebot eines Tarifs. Ist die so genannte "Mallorca-Police" inkludiert? Diese erweitert den Versicherungsschutz, wenn Sie einen Mietwagen im Ausland nutzen. Wie lange ersetzt mir die Versicherung nach einem Totalschaden meines Neufahrzeugs den Neupreis? Mindestens zwölf Monate sind zu empfehlen. Sind auch Folgeschäden nach einem Marderbiss versichert? Wie ist der Schutz bei Kollisionen mit Tieren?

Fazit: Nicht immer ist die günstigste Versicherung unterm Strich die beste.

Wie kann ich sparen?

Um die Kosten für die Versicherung zu drücken, gibt es verschiedene Tipps.

Fahrerkreis klein halten

Wenn nur Sie das Auto benutzen, dann sollten Sie auch nur sich selbst als Fahrer eintragen. Wird ein unbegrenzter Fahrerkreis versichert oder Fahranfänger, können die Kosten drastisch steigen.

Tipp

Wollen Sie, dass beispielsweise Ihre Kinder als Fahranfänger nur im Ausnahmefall mal Ihr Auto nutzen, dann können Sie sparen, indem Sie Ihre Kinder dann nur für die jeweilige Fahrt beim Versicherer anmelden (etwa per App oder einem Anruf). Manche Gesellschaften bieten diese Möglichkeit. Das kann Geld sparen. Bei einem echten Notfall dürfen auch nicht bei der Versicherung angemeldete Personen das Auto nutzen.

Übrigens: Bei einem echten Notfall dürfen auch nicht bei der Versicherung angemeldete Personen das Auto nutzen.

Jährliche Kilometerleistung nicht zu großzügig angeben

Geben Sie Ihre jährliche Fahrleistung nicht zu hoch, sondern realistisch an. Sollte man außerplanmäßig doch mehr fahren, kann man das der Versicherung nachmelden.

Zahlen Sie jährlich

Die monatliche Zahlungsweise ist oft ein ganzes Stück teurer.

Selbstbeteiligung ausmachen

Wer eine Selbstbeteiligung vereinbart, zum Beispiel 300 Euro bei der Vollkaskoversicherung, kann oft deutlich sparen.

Werkstattbindung akzeptieren

Wer nicht darauf besteht, sich im Reparaturfall die Werkstatt selbst auszusuchen, kann sich ebenfalls über geringere Beiträge freuen.

Wichtig

Machen Sie unbedingt korrekte Angaben bei der Versicherung, besonders etwa wenn es um die Frage geht, wer das Auto nutzt. Verschweigen Sie hier zum Beispiel Fahrten von Fahranfängern, können hohe Vertragsstrafen auf Sie zukommen.

Wechseln oder bleiben?

Wer einen günstigeren Tarif für sich findet und trotzdem den Aufwand eines Wechsels scheut, für den gibt es eine andere Alternative: Mit dem bisherigen Versicherer verhandeln. Im November gehen die Unternehmen auch bei Bestandskunden mit den Preisen auf Nachfrage oft runter, besonders, wenn man ein besseres Angebot einer anderen Versicherung präsentieren kann. Schließlich wollen die Versicherungen ihre Kunden nicht verlieren. Hier kann ein einziger Anruf oft eine große Ersparnis bringen.

Was sind Telematiktarife?

Seit einiger Zeit bieten Versicherungen so genannte Telematiktarife an. Das heißt, eine technische Einrichtung überwacht, wie schnell man fährt, wann man fährt, wie stark man bremst, etc. Wenn Sie sehr vorsichtig fahren, belohnt Sie der Versicherer durch niedrigere Beiträge.

Neben der Datenschutzfrage lohnen sich diese Tarife allerdings nur, wenn Sie wirklich sehr defensiv fahren. Für junge Fahrer sind die Möglichkeiten der Ersparnis hier oft höher als bei langjährig (unfallfrei) Versicherten.


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