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Auto Vor- und Nachteile von Erdgasautos

KFZ-Meisterin Sonja Bleuel informiert über die Vor- und Nachteile von Erdgasautos und gibt Tipps, für wen es sich lohnen kann, das Auto auf Erdgas umzurüsten.

Stand: 10.07.2019

Betankung eines Erdgasautos der Firma VW, aufgenommen am 17.07.2018 an einer Tankstelle in Leipzig. | Bild: picture-alliance/dpa

Erdgasautos

Erdgasautos werden mit Erdgas betrieben, sogenanntem CNG (Compressed Natural Gas), d. h. Erdgas, das unter hohem Druck komprimiert wurde, um eine höhere Energiedichte zu erreichen.

Betankt werden Erdgasautos wie herkömmliche Fahrzeuge an einer Zapfsäule. Auch die Dauer des Tankvorganges entspricht dem bei einem herkömmlichen Auto. In Ausnahmefällen kann es im Ausland länger dauern, wenn z. B. zu wenig Druck vorhanden ist.

Bivalente Fahrzeuge (Hybride) haben je einen Tank für Erdgas und für Benzin, können also mit beiden Kraftstoffen betrieben werden. Mittels eines Schalters kann von Erdgas auf Benzin oder umgekehrt gewechselt werden.

Monovalente Fahrzeuge werden ausschließlich mit Erdgas betrieben. Sie haben lediglich einen kleinen Benzinnottank. Die Vorteile gegenüber bivalenten Erdgasautos sind ein geringerer Kraftstoffverbrauch und eine höhere Motorleistung.

Vorteile von Erdgasautos

  • umweltschonend; im Vergleich zu Benzin und Diesel verbrennt Erdgas relativ sauber; kaum Ausstoß von Stickoxiden und Feinstaub und ein deutlich geringerer Kohlendioxid-Ausstoß
  • deutlich niedrigere Kraftstoffkosten, da Erdgas subventioniert wird
  • niedrigere Kfz-Steuer, da die Steuer sich nach der Schadstoffklasse richtet und so neben dem Hubraum auch den CO2-Ausstoß berücksichtigt, der bei Erdgasautos sehr gering ist; gegenüber herkömmlichen Autos ist eine Ersparnis von 30 Prozent möglich
  • viele Kommunen unterstützen Fahrer von Erdgasautos mit Prämien
  • günstigere Tarife für umweltfreundliche Erdgasautos bei vielen Versicherungen
  • leiser als herkömmliche Fahrzeuge

Nachteile von Erdgasautos

  • Der Kaufpreis liegt ca. 4.000 bis 5.000 Euro über dem eines herkömmlichen Fahrzeuges.
  • Kein flächendeckendes Tankstellennetz in Deutschland. Im europäischen Ausland (mit Ausnahme der Schweiz, Österreich und Norditalien) ist die Tankstellendichte sogar noch deutlich geringer.
  • Geringere Reichweite als vergleichbare Modelle, die mit Diesel oder Benzin betrieben werden.

Parken in Tiefgaragen

In Deutschland ist es grundsätzlich erlaubt, mit Erdgasautos Tiefgaragen zu befahren. Dennoch sind an manchen Tiefgaragen Verbotsschilder angebracht. Hausbesitzer und Tiefgaragenbetreiber haben nämlich das (Haus-) Recht, die Einfahrt für Erdgasautos zu verbieten. Das tun sie jedoch häufig nur aus Unwissenheit, da sie den Unterschied zwischen Erdgas (CNG = Methan) und Autogas (LPG = Propan/Butan) nicht kennen. Autogas ist schwerer als Luft und sinkt beim Austreten zu Boden, wo es ein explosives, leicht entzündbares Gemisch bilden kann. Erdgas hingegen ist leichter als Luft und verflüchtigt sich nach dem Austritt sofort.

Für wen lohnt sich der Kauf eines Erdgasautos?

Die Anschaffung eines Erdgasfahrzeuges lohnt sich vor allem für

  • Vielfahrer
  • umweltbewusste Autofahrer
  • diejenigen, die in ihrem Umfeld eine gute Tankstellenversorgung haben

Allerdings ist in den meisten Fällen ein bivalentes Erdgasfahrzeug (Hybrid) zu empfehlen, vor allem, wenn Sie auch mit dem Auto ins Ausland fahren wollen, da die Tankstellendichte nicht befriedigend ist.

Umrüstung

Die meisten Fahrzeuge mit einem Ottomotor können zu einem Erdgasauto umgerüstet werden. In der Regel wird ein zusätzlicher Erdgastank eingebaut, d. h. das Ergebnis ist ein bivalentes Fahrzeug, das sowohl mit Erdgas als auch mit herkömmlichem Benzin betrieben werden kann. Durch den zusätzlichen Tank verringert sich allerdings das Ladevolumen.

Die Kosten für die Umrüstung liegen, je nach Modell, bei 4.000 bis 5.000 Euro.

Dieselfahrzeuge werden selten umgerüstet, da der Aufwand zu groß ist.

Die Kosten für die Umrüstung haben Sie nach etwa 60.000 Kilometern reingefahren. Die Umrüstung lohnt sich also aus finanzieller Sicht, wenn Sie viel fahren und planen, das Auto noch über 60.000 Kilometer zu fahren. Aus Gründen des Umweltschutzes lohnt sich eine Umrüstung in jedem Fall.


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