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Pflanzen Das brauchen Zitrusbäumchen im Garten und auf dem Balkon

Ob Zitrone, Orange oder Kumquat - die Auswahl an Zitrusbäumchen ist gewaltig. Mit herrlichem Duft und goldenen oder orangefarbenen Früchten haben sie unsere Terrassen und Balkone längst erobert. Doch damit sie ihre überwältigende Blütenfülle entwickeln können, sollten Sie ein paar Dinge beachten. Welche das sind, verrät Ihnen Gartenexperte Andreas Modery.

Published at: 16-5-2024

Zitrone (Citrus limon) | Bild: Andreas Modery

Haben sie den passenden Standort und bekommen sie die richtige Pflege, sind Zitrusbäume "wahres Gold". Hier erfahren Sie die wichtigsten Tipps, mit denen Sie Ihre Zitrone, Orange & Co. so richtig schön zum Blühen bringen.

Der richtige Standort

Zitrusbäumchen sind Sonnenkinder, vertragen allerdings keine pralle Sonne. Zwar fördern die Sonnenstrahlen in den Morgen- und Abendstunden das Wachstum sowie die Blütenbildung, die direkte Mittagssonne ist jedoch absolut tabu!
Um einen einseitigen Wuchs zu vermeiden, sollten Sie die Pflanze regelmäßig etwas drehen.
Übrigens vertragen auch die Wurzeln keine Sonnenhitze! Wenn es ihnen zu warm wird, stellen sie die Arbeit ein und nehmen kein Wasser mehr auf. Das Zitrusbäumchen vertrocknet ihnen dann, obwohl Sie es gießen. Deshalb sollte der "Fuß" immer im Schatten stehen! Außerdem mögen Zitrusbäumchen keine Zugluft und auch kein kaltes Gießwasser.

Das sollten Sie beim Einpflanzen von Zitronenbäumen beachten

  • Achten Sie darauf, dass die Zitrusgewächse keinen Lehmballen haben. Wenn das Pflänchen doch einen Lehmballen haben sollte, schwemmen Sie den Lehm aus. Lehm wird in unserem Klima nämlich zu hart beziehungsweise neigt zum Verschlammen. Das wiederum führt dazu, dass die feinen Haarwurzeln des Zitrusbäumchens faulen.
  • Wie für die meisten Kübelpflanzen gilt, dass das Pflanzgefäß Abflusslöcher haben und zunächst mit einer Drainageschicht aus Blähton aufgefüllt werden sollte.
  • Eine spezielle Zitruspflanzenerde ist nicht nötig. Zitrusbäumchen lieben Mischerde. Ideal ist eine Zusammensetzung aus Lavagestein, Blähtonkügelchen und grobem Sand. Reine Blumenerde, bestehend aus Humus- und Torferde, hingegen bedeutet das sichere Ende für jeden Zitrusbaum. Auch Erde, der Styropor beigemischt wurde, verträgt sie nicht.

So schneiden Sie Ihren Zitronenbaum

  • Je häufiger und konsequenter Sie Zitrusbäumchen schneiden, umso schöner und handlicher bleiben sie. Ein Zitronenbäumchen, das nie geschnitten wird, wird sparrig und mit den Jahren riesig.
  • Stutzen Sie die Zweige immer dann, wenn sie anfangen, zu lang zu werden - auch bereits während des Sommers!
  • Für größere Kronenkorrekturen, die bis ins alte Holz reichen, ist die beste Zeit der Spätwinter, kurz bevor die Zitrusbäumchen frisch austreiben.
  • Wunden, die größer als eine 1-Euro-Münze sind, können Sie an ihren Rändern vorsorglich mit Baumwachs verstreichen.

So topfen Sie den Zitronenbaum um

Zitrusbäumchen werden nur dann umgetopft, wenn die Wurzeln sich aus dem Topf schieben. Beste Zeit für den "Umzug" ist das zeitige Frühjahr und sollte Ende März abgeschlossen sein.

Der richtige Dünger für Ihren Zitronenbaum

Wer Zitrusbäumchen besitzt, darf am Dünger nicht sparen. Setzen Sie hochwertigen Zitrusdünger ein. Achten Sie beim Kauf auf die Zusammensetzung des Düngers: 10 Prozent Stickstoff, 2 Prozent Phosphat und 7 Prozent Kalium sind in Ordnung. Besser wären aber 20 Prozent Stickstoff, 4 Prozent Phosphat und 14 Prozent Kalium!
Bei Exemplaren, die in lichtarmen Räumen wie Keller oder Garage überwintern müssen, darf ab Mitte September nicht mehr gedüngt werden, denn nur dann kann die Bildung neuer Blätter und Triebe verlangsamt beziehungsweise eingestellt werden.

Was tun bei Schädlingen wie Blattläusen & Co.?

Nur Zitrusbäumchen, die regelmäßig gegossen, gedüngt und beschnitten werden, bleiben auf Dauer gesund. Krankheiten und Schädlinge treten ausschließlich an gestressten Pflanzen auf!

Damit die jungen Triebspitzen der Zitrusbäumchen blattlausfrei bleiben, dürfen sie mit folgender Mischung gespritzt werden: 1 Liter lauwarmes Wasser, ein Schuss Spülmittel und 2 Esslöffel Spiritus
Wenden Sie dieses Spritzmittel aber immer nur im Freien an und nie in der direkten Sonne. Das sorgt nur für Verbrennungen und hässliche Flecken. Die Einwirkzeit sollte rund 30 Stunden betragen - bei Regen wird die Tinktur abgespült und bleibt wirkungslos.

Falsch gepflegt? Zitrusbäumchen zeigen das anhand ihrer "Blattsprache"

  • Eingerollte Blätter: Sie deuten darauf hin, dass Wassermangel herrscht. Tipp: Topf so lange ins handwarme Wasser stellen bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
  • Gelbe Blätter: Sie weisen meist darauf hin, dass die Pflanze unter Eisenmangel leidet. Tipp: Zitrusdünger.
  • Bräunliche Stellen an den Blättern: Sie treten oft zu Beginn der Freiluftsaison auf. Grund: Sonnenbrand! Auch diese Pflanzen müssen sich nach dem dunklen Winter erst wieder an die Sonne gewöhnen. Tipp: In den Schatten stellen und langsam an die Sonne gewöhnen.

Viel Freude mit den Pflanzen wünschen Andreas Modery und "Wir in Bayern"!


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