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Buchtipps Wie eine Sommerbrise - romantische Bücher

Wie wäre es mit einer leichten Lektüre für den Liegestuhl? Einer kurzweiligen Geschichte mit berührenden Verwicklungen und einer ordentlichen Portion Liebe? Buchhändlerin Sabine Abel hat romantische Lesetipps für Sie: vier Romane, mal heiter-komisch, mal kurios-spannend, aber immer voller Gefühle und erfrischend wie eine Sommerbrise, die wir hier verlosen. Das Gewinnspiel läuft bis Freitag, 24.06. um 6.00 Uhr. Machen Sie mit!

Stand: 20.06.2022

Die vier vorgestellten Bücher  | Bild: BR / Britta Barchet

Muriel Barbery: Eine Rose allein

Rose hat mit ihren vierzig Jahren das Gefühl, noch gar nicht richtig gelebt zu haben. Als Botanikerin kennt sie Blumen, aber sie betrachtet sie nicht. Nichts dringt zu ihr durch, nichts kann sie berühren. Dann reißt ein unerwarteter Anruf sie aus ihrem Alltag: Sie soll für die Testamentseröffnung ihres Vaters nach Kyoto fliegen. Als sie widerwillig zustimmt, ahnt sie nicht, wie sehr das fremde Land mit seinen Tempeln und Zen-Gärten sie aufwühlen wird. Auf der Reise zu ihren Wurzeln begegnet sie Paul, der ebenfalls mit seiner Trauer zu kämpfen hat. Die beiden nähern sich an und schenken einander die Kraft, die Schönheit des Lebens wiederzuentdecken.

Sabine Abel: "Die Bestsellerautorin von 'Die Eleganz des Igels' erzählt mit leiser, gefühlvoller Art eine berührende Geschichte, die nicht nur eine Romanze ist, sondern die Aufarbeitung eines ganzen Lebens. Die Hauptfigur Rose hatte ihren Vater nie kennengelernt und soll nach dessen Tod nach Japan fliegen, weil er sie in seinem Testament berücksichtigt hat. Der Vater hat für sie einen Plan gemacht, durch den sie verschiedene Stationen wie Botanische Gärten, Tempel und Zen-Gärten besuchen muss, was sie zunächst widerwillig und dann mit immer mehr Freude tut. Bald taucht sie mit großem Enthusiasmus in das unbekannte Land ein – und nimmt den Leser mit in eine fremde Welt, aber auch in ihre Gefühlswelten, die in einer Liebesaffäre gipfeln. Muriel Barberys feine Beschreibungen und das Eintauchen und Entdecken einer neuen, faszinierenden Kultur haben mir besonders gefallen."

Julia Mattera: Der Koch, der zu Möhren und Sternen sprach

Der Gasthof von Elsa und Robert Walch ist eine Institution. Es ist Sommer, und die Touristen schwärmen von überall herbei, um inmitten friedvoller Natur Roberts köstliche Landküche zu genießen. Während seine Schwester Elsa sich um die Gäste kümmert, verbringt Robert seine Zeit am liebsten am Herd und in seinem prächtigen Gemüsegarten. Er erzählt den Möhren Geschichten, singt seinen Hühnern Wiegenlieder und ersinnt unter dem Sternenhimmel Rezepte voller Nostalgie. Bis eines Tages die temperamentvolle Maggie aus England eintrifft – und ihn zum Tanz auffordert. Zunächst auf dem Parkett. Doch wird Robert es wagen, mit ihr auch das wahre Leben zu erkunden?

Sabine Abel: "In dieser Geschichte dreht sich viel ums Kochen und Essen und um die Sinnlichkeit und Achtsamkeit, die der Koch Robert für seine Zutaten aufbringt. Er züchtet seine eigenen Gemüsesorten im Garten (seinem Heiligtum), und redet dem Gemüse gut zu, damit es gedeiht. Seine Schwester Elsa ist eine offene, lustige Person, die Kinder aus einer gescheiterten Beziehung hat und die Gesellschaft liebt. Er dagegen will seine Ruhe und am besten keine Leute um sich herum. Als eines Tages die junge Engländerin Maggie in die kleine Pension schneit, bekommt sie von Robert die Aufmerksamkeit, die bislang nur dem Gemüse zuteilwurde. Sie gefällt ihm und das erkennt er erst widerwillig, dann immer mehr. Die Geschichte ist herrlich stimmungsvoll, die Figuren sind liebenswert und es dreht sich um so manch kulinarische Genüsse, so dass das Lesen einfach Spaß macht. Eine witzig-schräge und gleichzeitig romantische Geschichte."

Mamen Sanchez: Côte d'Azur

Brüssel, im Juni 1956. Der belgische Premierminister Achille Van Acker möchte entspannte Sommerferien verbringen. Doch schon bald sorgen Gerüchte um eine Liebesaffäre des jungen König Baudoin für Turbulenzen – dessen schamlose Liaison könnte das Königreich in seinen Grundfesten erschüttern. Deshalb schickt der Premierminister seinen besten Geheimagenten, Pierre Pierlot, nach Nizza. Dieser quartiert sich inkognito im Hotel Negresco ein, um der Sache nachzugehen. Eigentlich kein Problem für den Top-Agenten, doch die Mission gerät in Gefahr, als Pierlot eine bezaubernde Prinzessin über den Weg läuft, die nicht nur wunderschön ist, sondern auch wertvolle Gemälde stiehlt.

Sabine Abel: "Ein unbeschwerter Sommerroman mit einer gelungenen Mischung aus romantischen Verwicklungen und vergnügter Spannung. Der Leser erlebt das faszinierende Flair der Côte d’Azur der 1950er Jahre. Der belgische König Baudoin hat eine heiße Affäre, was wiederum die Hauptfigur Pierre Perlot, den Geheimagenten der belgischen Krone, ins Schwitzen bringt. Den eigentlich soll er den König im Auge behalten und ihn im Zweifel zur Raison bringen, er verliebt sich aber in eine wunderschöne, junge Prinzessin, die im selben Hotel wohnt. Dass sich die Prinzessin als Diebin entpuppt, sorgt für weitere Komplikationen und Pierre Perlot weiß nicht mehr, wohin zuerst mit seiner Aufmerksamkeit. Ich liebe die tolle Atmosphäre dieser Geschichte, die Mischung aus heiterer Liebes- und spannender Geheimagentengeschichte und die turbulent-komischen Verwicklungen. Die Unbeschwertheit und der locker-leichte Schreibstil machen das Buch zur perfekten Lektüre für den Liegestuhl."

Helen Wolff: Hintergrund für Liebe

Eine junge Frau und ihr deutlich älterer Geliebter entfliehen dem Berliner Stadtleben und fahren an die Küste Südfrankreichs. Dort weichen die Sommerträume der Erzählerin schnell der Ernüchterung, denn sie ist nicht die Einzige für den Bonvivant. Er muss von ihr erst verlassen werden, damit er begreift, was in dieser Beziehung – und im Leben – wirklich zählt. Sie erlebt einen Sommer der Freiheit und Unabhängigkeit, in einem Haus am Meer zwischen Thymian und Zitronenbäumen, findet treue Freunde – und sich selbst. Um schließlich dem Mann, den sie liebt, neu zu begegnen.

Sabine Abel: "Dieses Buch hat von den vier vorgestellten Büchern den meisten 'Wumms'. Helen Wolff hat, zusammen mit ihrem Mann Kurt, als emigrierte Jüdin in den 1930er Jahren in den USA eine Verlegerdynastie aufgebaut und deutsche Exil-Literatur ins Englische übersetzt. Nach dem Unfalltod ihres Mannes führte sie 'Pantheon Book' alleine weiter und ihre Einstellung zum Leben spiegelt sich in der Geschichte wider.
Eine junge Frau liebt einen deutlich älteren Mann, der noch verheiratet ist, und fährt mit ihm nach Südfrankreich. Sie ist Feuer und Flamme, doch für den reichen Beau ist sie nur eine Affäre. Sie hatte sich den Sommer weit romantischer vorgestellt, und weil er nur das protzige Leben mit anderen Frauen im Sinn hat, verlässt sie ihn und geht nach Saint Tropez. Das ist in den 1950er Jahren (als die Geschichte entstanden ist) noch ein Fischerdorf. Sie macht es sich in einem kleinen Häuschen im Schilf gemütlich, arbeitet, findet neue Freundschaften und die Ruhe für sich selbst. Dann trifft sie auf einem Fischerball den Mann wieder und beide lassen sich neu aufeinander ein. Für die beiden beginnt jetzt tatsächlich die große Liebe. Diese Geschichte liest sich sommerlich-leicht, die Dialoge sind heiter und der Leser scheint die flirrende Landschaft geradezu zu spüren. Das Manuskript zu diesem Buch lag übrigens in einem Umschlag mit der Anmerkung 'At my death, burn oder throw away unread' – zum Glück haben sich die Nachkommen von Helen Wolff nicht daran gehalten!"

Viel Spaß beim Lesen wünschen Sabine Abel und "Wir in Bayern"!


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