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Bei Latschenbrennern und Hirten Auf der Villanderer Alm

Auf der Villanderer Alm, zwischen Villanders, Sarntal, Barbian und Klausen, sind noch weite Flächen mit Latschenkiefern bewachsen. Daraus wird in einem aufwändigen Verfahren Latschenkiefer-Öl destilliert. Josef Schwellensattl besucht auf der Alm Bauern, Hirten und die alte Latschenbrennerei am Plump.

Stand: 28.07.2015 | Archiv

Frühmorgens und auf Latschenbrenner-Hütte raucht noch der Kamin.  | Bild: BR

Film von Josef Schwellensattl

Zu Beginn des Almsommers tragen die Leute aus dem Dorf Latzfons im Südtiroler Eisacktal  ihren "Schwarzen Herrgott" hinauf zum Latzfonser Kreuz. Hansjörg Lunger ist hier Hüttenwirt und Messner. Er freut sich, dass der "Herrgott" wieder auf den Berg kommt. "Ohne ihn", sagt er, "ist es hier einsam und öde."

Das Latzfonser Kreuz liegt auf dem Gebiet der Villanderer Alm, ein weites Almgebiet, das vom Rittner Horn bis zum Königsanger hoch über Brixen reicht. Jetzt beginnt hier ein kurzer Sommer, das Vieh und seine Hirten sind wieder oben, auch die "Schaferhütt" ist wieder bewohnt. Der Baldauf Sepp, der hier oben das Vieh der Latzfonser Bauern hütet, darf zu seiner Verköstigung sechs Ziegen halten. Sie geben ihm nicht nur Milch, sondern auch täglich zu verstehen, wie das Wetter wird.

Aus Latschenkiefern wird ätherisches Öl

Die Villanderer Alm ist eines der größten Hochmoorgebiete der Alpen. Weite Flächen sind mit Latschenkiefern bewachsen. Die Hirten hacken die Latschen knapp über dem Boden ab, schichten sie hoch auf und zäunen damit ihre Weiden ein. Die Brüder Lorenz und Peter Baumgartner aber hacken sie, um daraus ein wertvolles Öl zu destillieren: das Latschenkiefer-Öl. Peter und seine Frau Marianne haben dafür eine eigene Hütte am Bach. Tagelang geht jetzt das Feuer in der alten Latschenbrennerei nicht mehr aus. Peter füllt die großen Dampfkessel mit gehäckselten Latschen, Marianne schürt und feuert und füllt das mühsam gewonnene, wertvolle ätherische Öl in kleine Fläschchen. Gebrannt wird wie eh und je, Kessel und Einrichtung sind alt, und das Öl hat seit vielen Jahren dieselben Abnehmer, auch jenseits der Villanderer Alm.


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