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Unter unserem Himmel | 13.11.2022 Rund um den Ötscher im Mostviertel und Mariazellerland

Weithin sichtbar ragt der fast 1900 Meter hohe Ötscher aus den Ybbstaler Alpen in Niederösterreich, umgeben von urtümlichen Wäldern mit bizarren Felsformationen, tiefen Schluchten, Wasserfällen und Höhlen, um die sich alte Sagen ranken. Während das angrenzende Mostviertel uraltes Bauernland ist, bekannt für sein gutes Obst, das auf vielen Höfen vor Ort verarbeitet und verkauft wird.

Published at: 13-11-2022 | Archiv

Ein Film von Gabriele Mooser

Leopoldine Adelsberger kostet Most aus eigener Produktion

Auf dem Hof von Adolf und Leopoldine Adelsberger im kleinen Erlauftal stehen vor allem Apfel- und Birnbäume, aus denen sie Säfte und Obstbrände herstellen. Im Pielachtal gibt es Kornelkirschen, die von den Einheimischen „Dirndl“ genannt werden, und eigentlich gar keine Kirschen sind, sondern Früchte von Wildsträuchern. Auf dem Hof von Melanie und Josef Fuxsteiner werden sie verarbeitet, zu mehr als 60 verschiedenen Dirndl-Produkten.

Auch alte Handwerksbetriebe sind noch vielerorts zu finden. Jahrhunderte lang wurde in den umliegenden Bergen Eisenerz abgebaut und in der Region verarbeitet. Das urige Hammerwerk in Ybbsitz ist immer noch in Betrieb und der Schmiedemeister Sepp Eybl optimistisch, dass er einen Nachfolger findet. Auch die 1880 gegründete Fassbinderei Schneckenleitner in der Stadt Waidhofen hat keine Sorgen, denn ihre Eichenfässer sind bei Winzern in aller Welt gefragt.

Der Naturpark Ötscher-Tormäuer bietet wunderschöne Wanderungen an. Wer nicht gut zu Fuß ist, kann ihn mit der Mariazellerbahn durchqueren, der längsten Schmalspurstrecke Österreichs. Seit Ende des 19. Jahrhunderts verbindet sie die niederösterreichische Hauptstadt St. Pölten mit dem 90 Kilometer entfernten steirischen Wallfahrtsort Mariazell.

Die Schuhmacherin Doris Pfaffenlehner möchte die alte Schuhmachertradition erhalten

In einem stillgelegten Bahnhof gibt es neuerdings auch eine schöne Werkstatt: Die junge Schuhmacherin Doris Pfaffenlehner hofft, das Handwerk, das kaum noch jemand lernen will, mit schönen, ausgefallenen Produkten zu erhalten. So verziert sie ihr Leder mit feinen Mustern und wenn man genau hinschaut, erkennt man darin winzige Birnen oder Kornelkirschen aus dem Mostviertel.


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