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Vom Volksgetränk zur Rarität Der Baierwein

20 Winzer gibt es in dem kleinen Weinanbaugebiet bei Bach an der Donau im Landkreis Regensburg. Die meisten sind zwar nur Hobby-Winzer, an Herzblut mangelt es ihnen aber nicht. Zu den begeisterten Baierweinbauern führt Birgit Fürsts Reise auf Deutschlands kürzester Weinstraße.

Stand: 01.09.2015 | Archiv

Ein Film von Birgit Fürst

Irmgard Riedl bewirtschaftet ihren Weinberg in mühsamer Handarbeit.

"So schön wie heuer war der Wein noch nie", sagt Irmgard Riedl aus Kruckenberg, einem kleinen Ort an der Donau, nicht weit von Regensburg. Das sagt sie zwar jedes Jahr, aber es stimmt auch: Der Klimawandel bewirkt in Deutschlands zweitkleinstem Weinbaugebiet eine Renaissance. "Baierwein" wird hier angebaut, aber offiziell darf er nicht so heißen, denn laut EU-Bürokratie gehört das Gebiet zu Unterfranken.

Das ärgert die Donau-Winzer nicht nur, weil sie in Niederbayern und der Oberpfalz leben, sondern hier vielleicht das älteste Weinbaugebiet Bayerns liegt. So sagt jedenfalls Erich Stösser, der frühere Chef des Regensburger Stadtgartenamts, der in der Oberpfälzer Hauptstadt den Weinbau wiederbelebt und sich intensiv mit seiner Geschichte befasst hat. 

Geschichte

Schon vor 2.000 Jahren sollen an der Donau Trauben gewachsen sein. Die waren zwar nicht besonders süß, aber nachdem das Bier noch nicht in Mode war, wurde er trotzdem getrunken. Der 30-jährige Krieg und eine Klima-Abkühlung sorgten für den Niedergang des Baierweins, von dem er sich nie mehr erholte. Mittlerweile sind wieder rund 20 Winzer tätig, die meisten im Nebenerwerb.

Bei Franz Luttner in Tiefental gibt es Bio-Wein, und während seine Kollegen vor allem den weißen Müller-Thurgau anbauen, hat er auch noch einen Rotwein. Gern würde er den "Hierländer" wiederbeleben, der hier in alten Zeiten heimisch war. 


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