BR Fernsehen - Unter unserem Himmel


72

Annette Hopfenmüller Das Wiederentdecken der eigenen Heimat

Stand: 07.06.2016 | Archiv

Annette Hopfenmüller | Bild: Norbert Hurrle

Aufgewachsen ist Annette Hopfenmüller in einem Dorf nahe der oberfränkischen Vestestadt Coburg. Seit 1978 lebt und arbeitet sie in München. Ihren Beruf als Dolmetscherin für Englisch, Französisch und Spanisch hat sie aber nur kurz ausgeübt. Zu Beginn der achtziger Jahre arbeitet sie als Kabarettistin („Revuekabarett Blackout“) und als Musikerin (Bass) in Wien, Berlin und München. Später übernimmt sie die Redaktion und Moderation von Musiksendungen in Radio und Fernsehen ("Pop nach Acht" auf Radio Bayern 3, die Rockmusiksendung „Hard’n Heavy“ auf Tele 5 und „Rocklife“ im WDR).

Seit 1991 konzentriert sich Annette Hopfenmüller hauptsächlich auf die Arbeit hinter der Kamera. Anfangs produziert sie Kulturbeiträge für ZDF, WDR, BR, 3 sat und ARTE u.a. für "Aspekte Kulturmagazin", „ZDF-MoMa“ und „Capriccio“. Ihren ersten Dokumentarfilm dreht sie 1996 am Münchner Residenztheater: In „Wie kommt der Mond ins Theater?“ wirft sie einen sensiblen Blick hinter die Kulissen des Bayerischen Staatsschauspiels. Große Bühnenwelten bleiben lange ihr Lieblings-Metier; sie dreht Filmportraits von Montserrat Caballé, August Everding, Andreas Kriegenburg oder Leander Haußmann sowie Reportagen über Oper, Schauspiel und Ballett.

Inzwischen hat die Filmemacherin über 60 Dokumentarfilme realisiert. In der vierteiligen ARD-Reihe "Alpenrock" (2002) arbeitet sie mit der Crème der Mundartmusik wie Wolfgang Ambros, Hubert von Goisern, Rainhard Fendrich, Georg Danzer, Konstantin Wecker, der Biermösl Blosn, der Spider Murphy Gang und vielen anderen.

Auch in "Unter unserem Himmel" fließt zunächst Annette Hopfenmüllers Faszination für Musik und Bühne ein (z.B. in "Neue Kleider für Pique Dame" über das Kostümwesen der Bayerischen Staatsoper). Und sie portraitiert faszinierende Handwerker wie Österreichs letzten Faschingsschneider ("Der Narrenschneider von Wien").

Ein großes Thema ist für Annette Hopfenmüller auch das Volksschauspiel geworden. In „Talentschmiede fürs Volksschauspiel“ wird die Nachwuchsfrage im sogenannten „bayerischen Fach“ gestellt. Sie erstellt Filmportraits von u.a. Walter Sedlmayr, Christa Berndl, Hans Clarin, Max Grießer, Erich Hallhuber, Willy Harlander, Fritz Straßner, Karl Obermayer und dem Regisseur Franz Xaver Bogner.

Und irgendwann hat Annette Hopfenmüller dann auch das filmische Potential ihrer alten Heimat entdeckt! Mittlerweile hat sie sich intensiv im ober- und unterfränkischen Umfeld umgesehen. So entstanden Filme wie „Am Polstermöbelhighway 303“, „Im Itzgrund“, „Hüben und drüben - Geschichten von der Zonengrenze“ oder „Unternehmen Märchenschloss“, für das Annette Hopfenmüller im Jahr 2011 mit dem Oberfränkischen Medienpreis ausgezeichnet wurde. Zudem wurde ihr im Oktober der "Kulturpreis 2014" der Oberfrankenstiftung verliehen.


72