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Laubholz als Bauholz Chancen und Probleme

Fichten können Stürmen weniger standhalten als Laubhölzer, denn die Flachwurzler kippen bei starkem Wind eher um. Auch zunehmende Trockenheit macht Fichten zu schaffen. Deshalb sollten unsere Wälder mehr und mehr zu Mischwäldern umgebaut werden. Doch was tun mit dem Laubholz, wenn es in etwa 100 Jahren herangewachsen ist? In der Bauindustrie werden Laubhölzer, hauptsächlich die Buche, nur zu einem verschwindend geringen Anteil verwendet.

Von: Norbert Haberger, Landwirtschaft und Umwelt

Stand: 03.11.2017

Reine Fichtenbestände werden angesichts des Klimawandels keine Zukunft mehr haben. Zu dem Ergebnis kommt eine Vielzahl von Studien. Sie sagen einen Anstieg der Temperaturen und häufigere Sturmereignisse voraus.

Viele private Waldbesitzer zögern noch immer, Laubbäume zu pflanzen

Wolfgang Sailer und Rudolf Brandl: Die beiden Förster beraten Waldbesitzer, welche Baumarten sie am besten pflanzen sollen.

Im Vergleich zur Fichte bilden Laubbäume mehr Äste und weniger Stammholz aus. Dazu kommt ein weiterer Nachteil. Sie brauchen ein paar Jahrzehnte länger, um die gleiche Masse zu erzeugen. Allerdings liegen die Preise für Buchenfrischholz mit durchschnittlich 110 Euro pro Kubikmeter deutlich höher als bei der Fichte, für die zurzeit nur etwa 80 Euro pro Kubikmeter bezahlt werden.

Welche Verwendungsmöglichkeiten ...

Buchenholz hat dennoch viele Vorteile. Zwar ist Buchenschichtholz im Einkauf um etwa 30 Prozent teurer als die Fichte. Aber wegen seiner Härte braucht man weniger Material, um große Lasten aufzunehmen. Über diese Einsparung können die Mehrkosten kompensiert werden.

"Ich mag das Buchenholz. An den Oberflächen strahlen die Buchen eine andere Eleganz aus als Fichtenbrettschichtholz. Dadurch, dass die tragenden Querschnitte kleiner sind, gelingt es, schmalere Anschlüsse zu machen, was so die ganze optische Darstellung von einem Gebäude mit ausmacht."

Frank Lattke, Architekt

... wird es für Laubholz in Zukunft geben?

Dennoch wird Buchenholz derzeit hauptsächlich nur in solchen Bereichen verbaut, die eine höhere Tragfestigkeit benötigen, als die klassischen Bauhölzer Fichte oder Kiefer haben. Oftmals fehlt es den Zimmerleuten auch am entsprechenden Werkzeug, damit auch für andere Bauteile Buchenholz verwendet werden kann. Die Buche ist härter und schwieriger zu bearbeiten, Bohrer brechen ab, die Bearbeitung dauert lang und ist recht mühsam.

Infos & Kontakte

Die Bayerische Forstverwaltung hat eine Software entwickelt, mit der für jeden Standort eine Prognose aufgestellt werden kann.

Wolfgang Sailer, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg
Bismarckstr. 62
86391 Stadtbergen
Tel. +49 821 / 430020
Mail: Wolfgang.sailer@aelf-au.bayern.de

Linktipps:
www.cluster-forstholzbayern.de/de/service/laubholz-innovationsverbund
www.proholz-bayern.de
www.stmelf.bayern.de/wald/forstverwaltung/


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