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Teures Himalaya-Salz Ein Öko-Schwindel?

Salz braucht der Mensch. Wie viel, das ist seit Jahren unter Wissenschaftlern heftig umstritten. Aber für Verbraucher stellt sich nicht nur die Frage nach der Menge, sondern auch die Frage: Welches Salz ist das beste?

Von: Florian Kienast

Stand: 16.03.2015

Himalaya-Salz | Bild: BR

Inzwischen füllen die verschiedenen Salzsorten in den Supermärkten ganze Regale: Kochsalz mit und ohne Jod oder Fluorid, Meersalz, Ursalz, Zaubersalz oder Himalaya-Salz.

Himalaya-Salz - voll im Trend

Ganze Regale füllen Salzsorten im Supermarkt. Hier: Himalaya-Salz

Das Himalaya-Salz ist seit einigen Jahren voll im Trend. Himalaya: Das klingt nach unberührter Natur, sauberer Luft - kurz: nach heiler Welt. Da muss auch das Salz etwas ganz Besonderes sein.  Und so wird es auch oft beworben. Im Gegensatz zu anderen Salzsorten soll es unbehandelt und naturbelassen sein. Außerdem soll es gesünder sein als Salz aus europäischer Herstellung. Der Grund: Im Himalaya-Salz sollen besonders viele Mineralstoffe enthalten sein. Diese Vorteile lassen sich viele der Himalaya-Salz-Vertreiber auch bezahlen.

Hoher Preis - gerechtfertigt?

Untersuchung des Himalaya-Salzes ergibt: Es ist seinen Preis nicht wert.

Oft ist das Salz um ein Vielfaches teurer als "gewöhnliches" Salz. 30 Euro für ein Kilo sind da möglich. Zum Vergleich: Gewöhnliches Salz kostet nur 50 Cent pro Kilo. Aber ist das Himalaya-Salz das auch wert?
Die Verbraucherzentrale Bayern sagt dazu ganz klar: nein!

Kritikpunkte

  • Erster Kritikpunkt:  Das Salz stammt nicht - wie das Etikett es verheißt - aus dem Himalaya, sondern aus einem Salzabbaugebiet in Pakistan.
  • Zweiter Kritikpunkt: Das Salz ist nicht gesünder als gewöhnliches Salz. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat sich das Himalaya-Salz genauer angeschaut und festgestellt: Es ist nichts Besonderes dran.

Und das Besondere?

Das einzig Besondere: Das Himalaya-Salz muss über tausende Kilometer weit transportiert werden. Aus ökologischer Sicht ist das Schwachsinn.

Weitere Informationen:

Verbraucherzentrale Bayern e.V.
Mozartstr. 9
80336 München
Tel: 089 / 53 98 70


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