BR Fernsehen - STATIONEN


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Macht hoch die Tür Es reicht! Für alle?

Glück verdoppelt sich, wenn man es teilt, sagt man. Aber Fakt ist, dass die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird. Das wird gerade im Advent offenkundig, wenn Wünsche und Wirklichkeit oft weit auseinanderklaffen.

Von: Andrea Kammhuber

Stand: 28.11.2019

Ein Bettler sitzt angelehnt an eine Laterne in der Fußgängerzone in Kassel.  | Bild: dpa / picture alliance / Uwe Zucchi

Nach einer aktuellen Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung hat die Ungleichheit bei den Einkommen in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht. Trotz der guten Konjunktur und der günstigen Lage auf dem Arbeitsmarkt habe sich die Schere zwischen den Wohlhabenden und den unteren Einkommensgruppen in den vergangenen Jahren noch weiter geöffnet, heißt es in dem im Oktober veröffentlichten Verteilungsbericht des WSI. Ein Armutszeugnis für Deutschland! Ungleichheit schadet – fast allen. Es bedeutet mehr Krankheiten, eine geringere Lebenserwartung für Ärmere, mehr Gewalt und mehr soziale Ghettos.

Suppe, Brot und ein paar Stunden Wärme

Moderatorin Anna Kemmer ist einen Tag lang Praktikantin bei Frater Prior Emmanuel Rotter im Haneberghaus der Benediktiner in München. Schon früh um 7 Uhr warten hier Menschen an der Pforte des Klosters auf Einlass. Junge, Alte, Frauen und Männer aus Osteuropa, Afrika und aus Bayern. Die Stimmung vor Weihnachten ist angespannt. 1.000 Menschen leben in München derzeit auf der Straße. 250 bekommen hier in der Münchner Karlstraße an sieben Tagen in der Woche eine warme Mahlzeit. Kostenlos. Sie können duschen, in der Kleiderkammer saubere Wäsche holen. Manchmal gibt es dort auch einen Schlafsack.

Kostenlose ärztliche Versorgung

Schwester Dolore in der Kleiderkammer

Eine Ärztin behandelt Kranke, die keine Versicherung haben. Schwester Monika kümmert sich um Anträge für Wohnung, ein Treuhandkonto und viele andere Sorgen, die "die Gäste" haben. 12 Hauptamtliche und 20 Ehrenamtliche engagieren sich in der Obdachlosenhilfe von Sankt Bonifaz. Sie machen erst mal keine Vorschriften, sondern öffnen die Türen – Ruhe und Wärme für ein paar Stunden. Um das zu gewährleisten, haben die Benediktiner einen Sicherheitsdienst organisiert. STATIONEN stellt noch andere Initiativen und Ideen vor, die gerade jetzt im Advent zeigen, was getan werden kann, "damit es zwar nicht für alle, aber doch für ein paar mehr Menschen reicht".

Die Themen in STATIONEN: Es reicht! Für alle?

  • "Die Mitzwe-Makers" von Iris Tsakiridis
  • "Die 1 +1 Aktion der Diakonie Aschaffenburg" von Barbara Weiß
  • "Frauen-Tandems in Landshut" von Agnieszka Schneider
  • "LichtBlick- Seniorenhilfe in Deggendorf" von Friederike Wipfler

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