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Prinz Ludwig von Bayern Ein Wittelsbacher kämpft für Afrika

Seine Vorfahren haben Schlösser gebaut, Prinz Ludwig investiert in Menschen. Einen Großteil des Jahres verbringt der Wittelsbacher in Afrika, um junge Leute dabei zu unterstützen, in ihrer Heimat bleiben zu können.

Von: Max Kronawitter

Stand: 03.01.2020

Prinz Ludwig in Afrika | Bild: BR/Max Kronawitter

Als der Prinz vor fünf Jahren begann, in der kenianischen Wüste Computerkurse anzubieten, hielten das manche zunächst für die Laune eines Adligen. Mittlerweile haben seine Studenten eigene Computer-Unternehmen gegründet und können so auch ihre Familien ernähren. Ein Wohltäter, der die Spenden betuchter Deutscher verteilt, möchte Prinz Ludwig nicht sein. Ihm geht es um Nachhaltigkeit.

"Wir haben in der Region viele Schulen gebaut. Doch mich beschäftigt die Frage, was passiert mit den Menschen, nach der Schule. Für ganz wenige ist es hier möglich, eine weiterführende Ausbildung zu führen. Und selbst für die wenigen, die das schaffen, gibt es danach einfach keine Arbeitsplätze."

Prinz Ludwig von Bayern

Prinz Ludwig setzt sich nicht nur für Bildung ein. Viele Entwicklungen machen ihm noch große Sorgen. Seine vornehme Zurückhaltung wirft er dann über Bord, wenn es etwa darum geht, Mädchen vor der Verheiratung im Kindesalter zu retten. Dann kann er unbequem werden.

Einfacher Lebensstil statt Schloss

In Afrika schläft er in einem nicht klimatisierten Flüchtlingszelt und ernährt sich von der einfachen Kost, die auch die Studenten essen. So sehr sich Prinz Ludwig jetzt in Afrika engagiert, irgendwann wird er als Chef des Hauses Wittelsbach ins Münchener Schloss Nymphenburg einziehen. Der Kontrast zwischen dem Leben in der High Society Deutschlands und dem Kampf für das Überleben kenianischer Wüstenbewohner könnte nicht größer sein.

"Mich hat Probleme-Lösen immer sehr interessiert. Eins der komplexesten Probleme, die ich gefunden habe, war wie man in so einer schwierigen Region von Afrika Fortschritte macht. Wenn man anfängt, mit einer Sache zu helfen, übernimmt man eine Verantwortung, den Menschen auch bis zum Ende zu helfen."

Prinz Ludwig von Bayern

Max Kronawitter hat den Wittelsbacher Prinzen in München und in der afrikanischen Wüste begleitet. In seiner Reportage zeigt er einen Adeligen, der nicht durch Glitzer, Glamour oder Schlagzeilen auffällt, sondern durch seine Vision für eine gerechtere Welt. 

Ein "Löwenmarsch" für Afrika

Prinz Ludwig von Bayern setzt Anfang September auch in seiner Heimat ein Zeichen. Im Namen von "Learning Lions" lädt er zu einem Solidaritätsmarsch ein und wirbt so für Spenden. Jeder wandert eine Strecke, die er sich zutraut. Freunde, Bekannte und Familien spenden dann für jeden zurückgelegten Kilometer einen Betrag für "Learning Lions", sein Projekt für bessere Lebens- und Ausbildungsbedingungen in Afrika. Dieses Jahr findet der "Mammutmarsch" - bei dem - laut Ursprungsidee - 100 Kilometer am Stück innerhalb von 24 Stunden zurück gelegt werden - vom 5. bis 6. September statt. Er führt über Kaltenberg, St. Ottilien, die Wieskirche nach Neuschwanstein.

Alle Infos zu der Spendenkampagne gibt es unter www.löwenmarsch.de.


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