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Bayerischer Umweltminister Thorsten Glauber

Egal ob das Bayerische Artenschutzgesetz, die Jugendklimakonferenzen oder jetzt das Landesumweltschutzgesetz: Kein bayerischer Minister stand in diesem Jahr derart im Rampenlicht wie Thorsten Glauber. Wenn es aktuell um die Misshandlungsvorwürfe in drei Unterallgäuer Milchviehbetrieben geht, findet er klare Worte: Er fordert eine Reform der Tierschutz-Kontrollen und verspricht mehr Personal.

Stand: 28.11.2019

portrait | Bild: Bay. Staatsministerium Umwelt Verbraucher

Auch wenn der eigene Vater 18 Jahre lang Landrat in seinem Heimatlandkreis Forchheim war, blieb für Thorsten Glauber die Politik erst mal ein Hobby. Er studierte nach seiner Ausbildung zum Kommunikationselektroniker Architektur und machte sich später mit einem eigenen Architekturbüro selbstständig.

Spätstart in die Politik

Ernst wurde es erst, als er 2008 gefragt wurde, ob er nicht für den Landtag kandidieren möchte. Da war er bereits 37 Jahre alt – für einen Politiker eher ein Spätstarter. Und ein erfolgreicher noch dazu: Zweimal konnte er bei den Landtagswahlen die besten Erststimmenergebnisse für die Freien Wähler erzielen – noch vor Freie Wähler-Chef Hubert Aiwanger.

Karriere als Umweltminister

Nach der Bildung der ersten schwarz-orangen Koalition nach der Landtagswahl im letzten Jahr dann sein bislang größter Karrieresprung: Markus Söder ernennt ihn zum Bayerischen Umweltminister. Obwohl der Architekt Glauber zuerst mit dem Bau- und Verkehrsministerium geliebäugelt hatte, freute er sich über die Berufung:

"Es ist so, dass man nach vielen Jahren in der Politik, so einen Wunsch in sich trägt, so eine verantwortungsvolle Aufgabe mal ausführen zu dürfen."

(tvo, 17.11.19)

Erfolgreiche Zwischenbilanz

Zu tun gab es für den Umweltminister in seinem ersten Amtsjahr jede Menge. Als im Frühjahr beispielsweise das Volksbegehren zum Artschutz selbst die Erwartungen der Initiatoren übertraf, machte die Bayerische Staatsregierung schnell Nägel mit Köpfen und verabschiedete im Sommer das „Bayerische Artenschutzgesetz“. Trotz einiger Widerstände war das Gesetz für Thorsten Glauber das richtige Signal:

"Das Gesamtpaket ist absolut richtig. Für den Artenschutz ist es ein Riesenschritt nach vorne."

(Münchner Merkur, 17.07.19)

Für einen besseren Klimaschutz

Ein weiterer Schritt war schließlich das Landesklimaschutzgesetz, das die Staatsregierung im November vorstellte. Imponierend fand Thorsten Glauber aber auch die Jugendlichen, die sich mit „Fridays-for-Future“ für einen besseren Klimaschutz einsetzen. Um ihnen Stimme zu geben veranstaltete er zwei „Jugendklimakonferenzen“.

"Lange Zeit haben wir den Jugendlichen vorgeworfen, die sitzen am Computer, die spielen, (..) die sind in Social Media, aber nicht spürbar, nicht hörbar. Jetzt äußern sie sich, jetzt gehen sie auf die Straße, jetzt haben sie eine Meinung. Und deshalb finde ich, wäre es absolut verkehrt zu sagen: `Wir hören euch nicht.'"

(tvo, 17.11.19)


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