BR Fernsehen - Sonntags-Stammtisch


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Bayerischer Ministerpräsident Markus Söder

Er will die CSU erneuern, verjüngen und grüner machen. In kurzer Zeit als Ministerpräsident und CSU-Parteichef hat Markus Söder bereits einige teure Wunschprojekte auf den Weg gebracht.

Stand: 14.02.2019

portrait | Bild: picture-alliance/dpa

Nach 100 Tagen Koalition mit den Freien Wählern in Bayern zieht Ministerpräsident Markus Söder eine positive Bilanz und lobt vor allem den guten Stil.

"Der Stil der Zusammenarbeit hebt sich deutlich ab von dem anderer Koalitionen in Deutschland. Das liegt daran, weil auch die gemeinsamen Grundüberzeugungen stimmen. Es ist eine bürgerliche Regierung."

(BR24, 13.02.19)

Einige teure Wunschprojekte wurden bereits auf den Weg gebracht und tragen Markus Söders Handschrift: Das von ihm eingeführte Familiengeld und Landespflegegeld werden fortgesetzt. Große Investitionen wie  ein 365-Tage-Ticket im Öffentlichen Nahverkehr stehen noch an. Dafür wurde ein Rekordhaushalt beschlossen. Auch mit dem bayerischen Raumfahrtprogramm und einem bayerischen Klimaschutzgesetz will der Ministerpräsident neue Akzente setzen. Nach dem erfolgreichen Volksbegehren zum Artenschutz hat er für nächste Woche außerdem einen runden Tisch einberufen. Er will beweisen, dass die CSU auch „grün“ kann.

Die steile Karriere des Strauß-Fans in der CSU

Bereits mit 16 Jahren tritt der in Nürnberg geborene Franz Josef Strauß-Fan in die Junge Union ein. Der damalige Ministerpräsident und Parteichef Edmund Stoiber erkennt sein politisches Talent und macht ihn 2003 zu seinem Generalsekretär. Ehrgeizig arbeitet  sich der heute 52-Jährige nach oben: Erst als Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten, dann als Umweltminister und schließlich als Heimat- und Finanzminister. Im März 2018 erreicht er endlich sein erklärtes Ziel: Er wird zum Bayerischen Ministerpräsidenten gewählt.

"Mir persönlich war es nicht in die Wiege gelegt, heute hier zu stehen – wie vielen hier im hohen Haus. Meine verstorbenen Eltern waren Handwerker, sie wären sicher heute gern dabei gewesen. Sie hätten aber mir auch gesagt: Bub, mach das Beste draus."

(BR24, 16.03.18)

Neue Aufgaben in Berlin als Parteichef

Seit Januar ist er nun zusätzlich Parteichef der CSU. Dabei hatte die CSU mit ihm als Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl eines der schlechtesten Ergebnisse ihrer Geschichte eingefahren. Erstmals war er diese Woche auf dem Koalitionsgipfel. Als Nachfolger von Horst Seehofer traf er sich mit den Spitzen von CDU und SPD. Bereits im Vorfeld machte er klar, dass er bayerische Akzente setzen will - den SPD-Vorstoß zur Grundrente hält er für nicht umsetzbar.

"Was wir im Gegenteil brauchen, ist ein Grundrenten-Modell, das dem Koalitionsvertrag entspricht. Wir werden von bayerischer Seite dazu einen Vorschlag machen, wie man das zügig machen kann."

(BR24, 13.02.19)

Ein neues Feld für den Landespolitiker Markus Söder. Doch er will der neuen Rolle schnell gerecht werden. Deutlich wird das auch bei der Fastnacht in Franken: Hier wird der bekennende Kostüm-Fan erstmals nicht verkleidet, sondern seriös im Smoking kommen.


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