BR Fernsehen - Sonntags-Stammtisch


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Bundestagsabgeordnete Bündnis 90/Die Grünen Margarete Bause

Von der Ferkelhebamme zur Bundestagsabgeordneten: Margarete Bause. Sie wächst auf einem Bauernhof auf, wird Helferin bei Geburten im Schweinestall und macht dann bei den Grünen Karriere in der Politik – als Landtagsabgeordnete, Landesvorsitzende, Fraktionsvorsitzende. Seit vier Wochen ist sie Bundestagsabgeordnete.

Stand: 18.10.2017

portrait | Bild: picture-alliance/dpa

Margarete Bause wird am 19. Januar 1959 in Baden-Württemberg geboren und wächst – nach dem Umzug der Familie – auf einem Bauernhof in Niederbayern auf. Dort wird sie zu einer beliebte Helferin bei Geburten im Schweinestall.

"Wenn es irgendwo in der Umgebung schwierig wurde, hat mich der Tierarzt abgeholt. Dann sind wir zu dem Bauern und seiner Sau gerast."

(AZ, 25.01.13)

Vom Hörsaal in den Plenarsaal

Nach dem Abitur in Landshut studiert Margarete Bause in München Germanistik, Soziologie, Politikwissenschaft und Psychologie. Schon während des Studiums arbeitet sie für die Grünen als Frauenreferentin. 1986, als die Partei  erstmals in den Bayerischen Landtag einzieht, ist die 27-jährige Margarete Bause dabei. Ab 1990 übernimmt sie für drei Jahre den Landesvorsitz der bayerischen Grünen. Danach zieht sie sich für fünf Jahre aus der aktiven Politik zurück, um an einem Forschungsprojekt über Humangenetik zu arbeiten. Doch die Politik lässt sie nicht los.

Zurück auf die politische Bühne

Als sie 1998 zurück auf die politische Bühne will, gibt es im Kreisverband die Regelung, keine "Kopf-Plakate" zu verwenden. Margarete Bause wirbt kurzerhand mit einem anderen ansehnlichen Körperteil für sich – jedoch: Trotz großer Aufmerksamkeit für die Kampagne klappt ihr Wiedereinzug in den Landtag vorerst nicht. Dafür wird sie von der Parteibasis zur Landesvorsitzenden der bayerischen Grünen gewählt. 2003 schafft sie den Wiedereinzug ins Maximilianeum und übernimmt den Fraktionsvorsitz. Dieses Amt bleibt ihr auch nach der Landtagswahl 2013, bei der sie als Spitzenkandidatin antritt.

Bause stellt Seehofer in den Schatten

Im November 2014 landet Margarete Bause einen Mediencoup: Als Mitglied der China-Reisegruppe von Horst Seehofer trifft sie sich hinter dem Rücken des Ministerpräsidenten und abseits des Protokolls mit dem international bekannten Konzeptkünstler und Regimekritiker Ai Weiwei. Der eigentliche Staatsbesuch Seehofers wird damit zum medialen Randereignis. Bause bekommt von den Medien den Titel „Außenministerin der Herzen“.

Der Sprung nach Berlin

Nachdem sie 14 Jahre lang die Fraktion der Grünen im Bayerischen Landtag angeführt hat, zieht es sie jetzt in die Bundeshauptstadt. Margarete Bause wird erstmals für die Grünen in der kommenden Legislaturperiode im Deutschen Bundestag sitzen und, sollte es zu einer „Jamaika“-Koalition kommen, Regierungsverantwortung übernehmen.


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