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Bayerischer Gesundheitsminister, CSU Klaus Holetschek

Er ist der „Macher“ in Söders Kabinett: Klaus Holetschek. Anfang des Jahres wurde der Allgäuer überraschend Gesundheitsminister, als Nachfolger von Melanie Huml. Seitdem steht er für eine ruhige, lösungsorientierte Corona-Politik.

Stand: 29.04.2021

portrait Klaus Holetschek | Bild: picture-alliance/dpa

Klaus Holetschek sollte es richten, als die bayerische Staatsregierung wegen verpatztem Impfstart und Erweiterung der Corona-Beschränkungen Anfang Januar 2021 in der Kritik stand. Kurzer Hand wurde er von Ministerpräsident Markus Söder als Nachfolger von Melanie Huml zum Gesundheitsminister berufen. Holetschek, der zuvor bereits Humls Staatssekretär war, hat den Ruf eines „Machers“, gilt als kompetent und beliebt.

"Ich entscheide schnell und nehme in Kauf, auch mal Fehler zu machen."

(Bayerische Staatszeitung, 05.03.21)

Jurist und ehemaliger Bürgermeister

Der 56-Jährige studierte Jura in Augsburg und arbeitete zunächst als Rechtsanwalt und Experte für Medienrecht. Bereits 1981 trat er der Jungen Union und ein Jahr später der CSU bei. Fast zehn Jahre lang war er Kreisvorsitzender der Jungen Union im Unterallgäu und von 2003 bis 2015 Ortsvorsitzender der CSU in Bad Wörishofen. Inzwischen ist er Kreisvorsitzender seiner Partei in Memmingen.

1998 zog er über die Landesliste in den Deutschen Bundestag ein und legte sein Amt 2002 nieder, als er zum Bürgermeister der Stadt Bad Wörishofen gewählt wurde. Elf Jahre lang prägte er die Kommunalpolitik.

Seit 2013 sitzt er im Bayerischen Landtag und wurde von Ministerpräsident Markus Söder in immer höhere Ämter gehoben. Zunächst Bürgerbeauftragter, dann 2020 Staatssekretär im Verkehrsministerium, später im Gesundheitsministerium und schließlich das Ministeramt.

Bayerns Corona-Manager

In den ersten Monaten als Corona-Manager der Bayerischen Staatsregierung hat sich das Impftempo deutlich erhöht, jedoch musste Klaus Holetschek die erweiterten Corona-Beschränkungen immer wieder gegen Kritik verteidigen. Persönlich sieht er sogar Positives im Lockdown.

"Mein Eindruck ist, dass der Lockdown die Familien auch wieder mehr zusammenschweißt. Meine eigenen Kinder sind schon erwachsen, aber wir haben in dieser schwierigen Phase wieder mehr miteinander gesprochen und diskutiert und sind nochmal neu zusammengewachsen. Das finde ich eine schöne Basis für die Zukunft."

(TK.de, 08.03.21)

In der aktuellen Debatte um die Aufhebung der Impf-Reihenfolge setzt er sich „für ein Maximum an Flexibilität“ und „ein Minimum Bürokratie“ ein.

"Wir haben jetzt vier Millionen Impfungen verabreicht, wir sind in der dritten Welle und jede Impfung hilft uns jetzt und deswegen werbe ich dafür, dass wir die Priorisierung auflösen."

(BR24, 25.04.21)


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