BR Fernsehen - Sonntags-Stammtisch


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Autorin und Coach Amelie Fried

Sie sieht sich als eine Art „Staubsauger“: Mit offenen Augen und Ohren geht Amelie Fried durchs Leben und lässt sich für ihre Bücher inspirieren. Nach ihrer Karriere als Moderatorin verwirklicht sie nun einen zweiten Lebenstraum.

Stand: 13.02.2019

portrait | Bild: picture-alliance/dpa

In ihren Romanen steckt hinter der Fassade immer ein ernstes Thema. Amelie Fried schreibt über Identitätssuche, das Problem des Älterwerdens oder den Zustand der Welt. Verpackt in fiktive Geschichten schildert sie so auch ihre ganz eigenen Erfahrungen und Eindrücke.

"Ich gehe mit offenen Augen und Ohren durch die Welt. Ich bin so eine Art Staubsauger. Ich sauge alles auf was ich so sehe und erlebe und in meinem inneren Archiv wird das gespeichert und irgendwann springt der Funke über und ich merke das wird ein Buch oder eine Figur."

(München.tv, 14.11.18)

Als Tochter eines Verlegers und einer Buchhändlerin fühlt sie sich in der Welt der Bücher schon immer zuhause. Einige ihrer Romane wurden bereits verfilmt, unter anderem „Der Mann von nebenan“. Zusammen mit ihrem Ehemann Peter Probst hat sie außerdem Kinderbücher und ein Buch über die Ehe geschrieben.

Gespür für die richtigen Fragen

Nach dem Abitur studiert Amelie Fried Theaterwissenschaften und Publizistik in München und belegt den Studiengang Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik an der Filmhochschule. Ohne festgelegte Karrierepläne zu verfolgen, lässt sie sich von ihrer Neugier leiten, auch als Udo Wachtveitl sie zur Teilnahme an einem BR-Casting überredet. Er selbst geht leer aus, Amelie Fried bekommt den Job: Ab 1984 moderiert sie die Jugendsendung „Live aus dem Alabama“. Dass sie ein Gespür für die richtigen Fragen hat, stellt sie immer wieder vor der Fernsehkamera unter Beweis, unter anderem bei „3 nach 9“ mit Giovanni di Lorenzo. Dafür wurde ihr unter anderem der Grimme-Preis verliehen. Außerdem moderiert sie jahrelang beim Starkbieranstich am Nockherberg.

Mit Empathie durchs Leben

Eigentlich wollte sie Psychologie studieren und so erfüllt sie sich nach ihrer Fernsehkarriere noch einen weiteren Lebenstraum: Sie macht eine Ausbildung als Mediatorin und Business-Coach und gibt inzwischen ihre Erfahrungen weiter. Der 60-Jährigen ist es wichtig, mit Empathie durchs Leben zu gehen. Daher engagiert sie sich für soziale Projekte und ist unter anderem Genossin des Flüchtlings-Wohnprojekts „Bellvue di Monaco“. Nur als eines will sie sich nicht bezeichnen lassen:

"Ich bin allergisch auf den Begriff „Gutmensch“. Das ist eine perfide Gemeinheit, Menschen, die sich tatsächlich für das Gute einsetzen, und sehr viel Zeit und Liebe einsetzen, mit diesem Begriff zu diffamieren."

(München.tv, 14.11.18)

Auch in ihrem aktuellen Buch „Paradies“ spielt Mitmenschlichkeit eine zentrale Rolle. Bei einem Yoga-Seminar auf einer spanischen Insel werden die Teilnehmer durch einen Sturm eingeschlossen und innerhalb der Gruppe kochen die Emotionen hoch. Passend dazu macht Amelie Fried auch im echten Leben Yoga und gibt mit ihrem Mann demnächst einen Schreib-Workshop auf der Baleareninsel Formentera.


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