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Schriftsteller und Kolumnist Axel Hacke

Wegen seines Wortwitzes wird er als „Ephraim Kishon des 21. Jahrhunderts“ gefeiert: Axel Hacke. Der sprechende Kühlschrank „Bosch“ machte ihn vor fast 30 Jahren berühmt. Seither hält er seinen Platz im Olymp der deutschen Autoren.

Stand: 18.06.2020

Portrait Axel Hacke | Bild: picture-alliance/dpa/Horst Galuschka

Seine Bücher stehen regelmäßig in den Bestseller-Listen und wurden in über 18 Sprachen übersetzt. Auch in der Corona-Krise ist seine Stimme nicht verstummt: In seinem Podcast "Unter einer Decke" meldete er sich mit seiner Frau jetzt das erste Mal nach dem Lockdown aus Venedig. Und auch live ist er wieder zurück: Am kommenden Sonntag im "Autokino Plus" in München.

Er sei schon als Kolumnist geboren worden, sagt der gebürtige Braunschweiger über sich selbst:

"Meine erste Kolumne schrieb ich Anfang Januar 1956, kurz bevor ich zur Welt kam, noch im Uterus, unter dem Titel `Das Beste aus meinem Vorleben, ein Versuch, mir noch im Dunkel des Mutterbauchs die Welt außerhalb desselben zu erklären'."

(Seine Homepage)

Einblicke in den Beruf des Journalisten gewann er später im "Frühschoppen", den er immer zusammen mit seinem Vater anschaute. So verwarf er sein erstes Berufsziel Förster zu werden und konzentrierte sich stattdessen auf den Journalismus. Nach dem Abitur ging er zunächst an die Universität nach Göttingen und dann an die Deutsche Journalistenschule nach München, wo er auch Politische Wissenschaften studierte.

Karrierestart bei der "Süddeutschen Zeitung"

Mit Mitte 30 kam er dann zur "Süddeutschen Zeitung" – zunächst als Sportreporter, dann als Politik-Kommentator und Reporter für die "Seite Drei". Seine erste Kolumne für das SZ-Magazin schrieb er 1991. Im gleichen Jahr erschien sein erstes Werk "Nächte mit Bosch". Ein Buch über einen Kühlschrank, der als nächtliche Anlaufstelle geduldiger Zuhörer fungiert. Mittlerweile hat Axel Hacke über 27 Bücher geschrieben, die in 18 Sprachen übersetzt wurden. Sein aktuelles Buch "Wozu wir da sind. Walter Wemuts Handreichungen für ein gelungenes Leben" ist der Monolog eines Mannes über die Sinnfragen des Lebens.

Blogger der ersten Stunde

Neben seinen Büchern hat er bis jetzt weit über 1.000 Kolumnen geschrieben, die im SZ-Magazin erschienen sind. Früher drehten sie sich um Frau und Kinder und machten ihn so zum Vorreiter des modernen Elternbloggers. Seine Kolumne "Das Beste aus aller Welt" ist für ihn so wichtig wie die Luft zum Atmen:

"Das Kolumnenverfassen ist mir (...) zur Gewohnheit geworden, es gibt meinem Alltag Struktur und meiner Existenz Halt. Es ist schön zu wissen, dass man mittwochs etwas Bestimmtes zu tun hat, jeden Mittwoch, denn Mittwoch ist mein Kolumnentag. Das verleiht so einem Mittwoch eine ganz andere Bedeutung, als wenn er einfach nur ein Mittwoch wäre."

(Seine Homepage)

Über die Menschen in Zeiten von "Corona"

Auch in der Corona-Pandemie findet Axel Hacke in seiner Kolumne die passenden Einschätzungen:

"Wir sind (...) dabei, uns alle in Flachmenschen zu verwandeln. Flachmenschen sind nicht mehr in der Lage, in der dritten Dimension zu leben. (..) Sie sind flach geworden. Können uns nicht mehr berühren. Haben nur noch die Fähigkeit, sich auf einer Ebene zu bewegen, auf dem Screen."

(SZ-Magazin, 12.06.20)


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