BR Fernsehen - Sehen statt Hören


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Sensibilisierung von Anfang an Was braucht eine inklusive Gesellschaft?

Inklusion – dieses Wort ist in aller Munde. Glücklicherweise. Doch was braucht es, damit Inklusion auch wirklich funktioniert? Aufklärung und Information, Bildung und Sensibilisierung – und das möglichst schon von Kindesbeinen an.

Stand: 04.04.2018

Kann man als Gehörloser Tänzer werden? Ist man als Gehörloser nicht auch automatisch stumm? Können Gehörlose den Führerschein machen? Kann man ohne hören zu können denn überhaupt alleine und ohne fremde Hilfe leben? Diese und noch mehr Fragen haben viele Hörende – und dabei sprechen wir sicher nicht nur von Kindern.

Julia und Juho Saarinen während eines Kurs

All diese Fragen und Missverständnisse schon im Kindesalter aufzuklären, das wollen Julia und Juho Saarinen. Sie wollen einen Zugang zur Welt, Sprache und Kultur der Gehörlosengemeinschaft vermitteln – und Berührungsängste erspüren und abbauen. Dafür ist das gehörlos-hörende Paar mit Sensibilisierungsworkshops in deutschen und österreichischen Schulen unterwegs.

"Die Kinder verlieren dadurch ihre Berührungsängste. Durch die Wissensvermittlung bekommen sie Mut und Lust auf die Kommunikation mit Gebärdensprachlern. Der Inhalt des Workshops wird jeweils angepasst an das Alter der Kinder."

Juho Saarinen

Spielerischer Zugang

Julia Saarinen zeigt ein Bild von Olaf Hoppel

Die Kinder, mit denen Julia und Juho in den  Workshops zusammenarbeiten, lernen in kurzer Zeit vieles: Das Fingeralphabet, ihre Namen zu fingern, wie man mit Gehörlosen Kontakt aufnimmt und vieles mehr. Und das sehr spielerisch – unter anderem mit Olaf Hoppel einem gehörlosen Hasen mit den längsten Ohren der Welt. Erfunden hat ihn Julia Saarinen. Mit Olaf Hoppel erleben die Kinder die verschiedenen Situationen von „anders sein“, vom „allein sein“ und von Missverständnissen. Aber auch von Freundschaft und Offenheit anderen gegenüber.

"Am Anfang des Workshops erzählt Julia in Lautsprache eine Geschichte. So ermöglichen wir den Kindern in ihrer gewohnten Sprache einen spielerischen Zugang. Anschließend kommt Gebärdensprache dazu."

Juho Saarinen

"Für mich ist es unwahrscheinlich, wie aufmerksam die Kinder waren, wie konzentriert sie zugehört haben und wie schnell sie diese Gebärdensprache lernen."

Sabine Probst, Schulleiterin

Mehr Infos zu diesem Workshops gibt es hier:

Gebärdensprache Workshops Format: PDF Größe: 682,7 KB


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