BR Fernsehen - Sehen statt Hören


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Europäischer Protesttag Demo in Karlsruhe

Immer am 5. Mai findet der Europäische Protesttag für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. Schon seit 25 Jahren wird dabei in ganz Europa demonstriert. Auch in Karlsruhe. Sehen statt Hören war dabei.

Stand: 23.05.2017

Barrierefreiheit für alle – das ist der Tenor der Demonstranten. Aber wo hakt es?

Gerade die Situation mit den Dolmetschern ist für viele Gehörlose ein riesiges Problem: Es gibt nicht nur zu wenige – ihr Einsatz ist immer noch viel zu stark reglementiert. Ebenfalls eine Forderung ist die Einführung der Gebärdensprache als Amtssprache. Damit würden sich wohl auch die Zahl der gebärdensprachlichen Angebote in der Öffentlichkeit, wie etwa am Bahnhof oder in der Schule, erhöhen.  Doch die Barrieren, auf die Gehhörlose in ihrem Alltag stoßen, sind auch ganz individuell. Bei der Schulwahl für die Kinder genauso wie im Arbeits- oder öffentlichem Leben.  

Bis vor das Bundesverfassungsgericht

Mit all ihren Anliegen zieht der Demonstrationszug zum Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Warum dorthin?

"Das Bundesverfassungsgericht, weil hier den Leuten bewusst gemacht werden soll, dass gehörlose Menschen nach wie vor große Probleme in ihrem Alltag haben. Wir werden im Nachgang noch Kontakt aufnehmen, informieren und aufklären. Die Wahrnehmung der Öffentlichkeit, dass immer wieder Menschenrechtsverletzungen stattfinden, ist uns wichtig. Es gibt zwar das Bundesgleichstellungsgesetz, aber das greift gar nicht im privaten Bereich, es ist als Gesetz noch viel zu schwach. Wir kämpfen weiter für eine Verbesserung."

Helmut Vogel, Vorsitzender Deutscher Gehörlosen-Bund

Doch diese Demo alleine genügt den anwesenden Gehörlosen nicht. Es ist nur ein Teil ihres Engagements: Sie wollen künftig überall präsent sein, um stärker wahrgenommen zu werden. Und so die Barrieren abzubauen. Zwischen 1.000 und 1.500 Teilnehmer aus ganz Deutschland gaben schon dieser Veranstaltung großes Gewicht.


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