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Regensburger Milchpilz Ein Schwammerl unter Denkmalschutz

Es ist schon ein besonderes Gewächs in einem Biotop, mitten in der Regensburger Innenstadt: Den "MilchSchwammerl" dort kennt jedes Kind - und das seit 60 Jahren. Seine Beliebtheit hat er vor allem einen Mann zu verdanken.

Stand: 01.08.2015

Milchpilz in Regensburg | Bild: BR

Am Regensburger Milchschwammerl gab es früher für ein Zehnerl Sahne in einer Muschelwaffel, heute gibt es Kaffee und Limonade. Der Schwammerl ist ein ganz besonderes Wahrzeichen der Stadt.

Ein Wahrzeichen der 50er Jahre

Anfang der 50er Jahre entwickelte eine Allgäuer Firma den Milchpilz.

Die Firma Waldner im Allgäu hatte den "Milchpilz" Anfang der 1950er Jahre entwickelt: Ein Fliegenpilz als Kiosk, in dem Milchprodukte verkauft werden sollten. 50 Stück hat Waldner seinerzeit verkauft, auch nach Österreich, in die Schweiz, nach Italien und sogar nach Griechenland. Heute stehen davon noch einige, z.B. in Bregenz, Lindau und Regensburg und zeigen ein Stück Firmengeschichte. Inzwischen produziert Waldner Abfüllanlagen für Milchprodukte. Aus der kleinen Flaschnerei, die 1908 gegründet wurde, ist ein Global Player geworden mit weltweit über 1.000 Mitarbeitern.

Der Zahn der Zeit

Von Anfang März bis Ende November gibt es am ehemaligen Milchpilz ein "Tasserl Kaffee".

Vierzig Jahre lang bewirtschaftete Kreszenz Baumann den Schwammerl, dann wurde daraus eine Döner-Bude. Der Zahn der Zeit nagte arg am ehemaligen Milchpilz und wäre der heutige Betreiber Gerhard Probst nicht gewesen, dann gäbe es wohl nicht die Schar von ausgewiesenen Schwammerl-Stammkunden, die täglich von Anfang März bis Ende November zum Kiosk kommen auf einen Ratsch und ein "Tasserl Kaffee".


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