BR Fernsehen - Schönes Mittelfranken


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Schönes Mittelfranken Nürnberg und das Nürnberger Land

„Fourteen“ würde ein Hollywood-Regisseur möglicherweise einen Spielfilm über Nürnberg nennen. Einfach deshalb, weil die Stadt die 14.größte in Deutschland ist. Und weil so ein Filmtitel halbwegs reißerisch klingt. Das Problem nur: Nürnberg hat nichts Reißerisches. Seine Stärken liegen ganz woanders: bodenständig, charmant, ein bisschen brav. Natürlich auch weltoffen, aber nur zu dem Punkt, wo es nicht die „fränkische Seele“ (Oberbürgermeister Maly) verletzen könnte.  „Eine große Kleinstadt und zugleich eine kleine Großstadt“, wie es der Nürnberger Unternehmer Gerd Schmelzer ausdrückt.

Von: Dr. Michael Zehetmair

Stand: 11.08.2017

Wie man es dreht und wendet, Nürnberg, das sind vor allem der „Club“, das Christkindl und die Kaiserburg. Wir besuchen den Fußballkindergarten des 1. FC Nürnberg, sprechen mit Irene Brunner, dem ältesten lebenden Nürnberger Christkindl, und die Burg, ja die Burg, die zeigen wir bei Nacht aus dem Flugzeug, von nah, von fern, die wunderbaren Gärten drumherum. „Nürnberger Versicherung – im Zeichen der Burg“, wer kennt den zeitlosen TV-Werbespot nicht?

Nürnberg, das ist auch viel Niedergang und Unschönes. Eine nationalsozialistische Vergangenheit als Adolf Hitlers „deutscheste unter den deutschen Städten“. Eine einst reiche Handwerks- und Handelsstadt im Mittelalter, eine blühende Industriestadt, noch vor wenigen Jahrzehnten. Grundig, AEG, Quelle, wo sind sie dahingegangen?

Doch genau in diesen vielen Brüchen ist die Seele des Nürnbergers zu finden, sagt der Kabarettist Bernd Regenauer: „Der Nürnberger ist  schon auf grund seiner Geschichte ein ewig währendes Stehaufmännchen. Immer wieder aufgstandn, immer wieder umgfalln.“ Die lezten Jahre steht Nürnberg wieder auf. Der nationalsozialistischen Vergangenheit hat man sich offensiv gestellt. Sichtbares Zeichen hierfür ist das einzigarte „Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände“. Die neuen Arbeitgeber sind Datev, Gesellschaft für Konsumforschung, Bundesanstalt für Arbeit und viele mehr.

Verena Mörtel

Und jenseits des ewigen Aufs und Abs ist die „fränkische Seele“ und der  Charakter der Nürnberger geradezu stoisch durch die Jahrhunderte gleich geblieben. Die „Marienhof“-Schauspielerin Verena Mörtel fasst es so: „sehr herzlich, sehr fröhlich, können sehr laut sein, ein bißchen dreckig, sehr bodenständig, und am Ende vor allem: ehrlich.“


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