BR Fernsehen - Querbeet

Ungewöhnliche Arten Wurzelgemüse

Renate Hudak experimentiert gerne. Dieses Jahr mit ungewöhnlichem Wurzelgemüse. Mit Süßkartoffeln, Knollenziest, Schinkenwurzel und Löwenzahn. Wie baut man sie an und wie schmecken sie?

Stand: 16.11.2018

Süßkartoffeln

Sie baut Renate Hudak dieses Jahr zum ersten Mal an. Verwendet hat sie dazu eigentlich eine Zierform. Doch auch sie soll essbare Knollen bilden. Als Blattschmuck hat die Gärtnerin die Pflanze schon oft verwendet, weiß, wie sie sie zum Wachsen bringt. Süßkartoffeln haben einen mittleren Nährstoffbedarf. Bekommen die Pflanzen zu viel Stickstoff, stoppen sie ihre Knollenbildung. Auch in Sachen Wasser gilt hier: eher mäßig gießen. Staunässe tut den Pflanzen nicht gut. Das alles beachtet, wachsen die Pflanzen relativ unkompliziert. Wie bei allem anderen Wurzelgemüse sollte man zusätzlich darauf achten, dass der Boden schön locker ist, dann wächst es sich einfach besser in die Tiefe.

Knollenziest

Knollenziest ist eine alte Gemüseart, die Renate Hudak im Winter öfter mal auf dem Wochenmarkt begegnet ist. Dieses Jahr wollte sie ihn einmal selbst anbauen. Auch ihn hat sie einfach ins Hochbeet gesetzt und das Jahr über nicht wirklich beachtet. Das Ergebnis ist etwas mau, die Knollen nicht besonders groß. Das kann daran liegen, dass Renate Hudak auch den Ziest nicht übermäßig gegossen hat und der Sommer eher trocken war. Knollenziest soll aber auch mit nassen Böden gut zurechtkommen und diese bevorzugen. Also gibt es hier im nächsten Jahr noch einen Anbauversuch mit mehr Wasser.

Löwenzahn

Um ihn hat sich die Gärtnerin überhaupt nicht gekümmert. Er wächst sowieso, wo er will. Und Renate Hudak gräbt ihn aus, wo sie will. Wichtig dabei ist nur, das Laub an den Pflanzen zu belassen, damit man sich sicher ist, dass es Löwenzahn ist, der geerntet wurde und nicht irgendetwas anderes, das schlimmsten Falls auch noch giftig ist.

Nachtkerze

Die Nachtkerze ist eigentlich als Zierpflanze bekannt. Doch auch sie kann man essen, daher kennen manche sie auch als Schinkenwurzel. Auch das wollte Renate Hudak dieses Jahr ausprobieren. Dazu muss man die zweijährigen Pflanzen im ersten Jahr ernten. Denn in diesem bilden sie ihr dickes Speicherorgan. Im zweiten Jahr werden die Nährstoffe daraus für die Blütenbildung und fürs Wachstum genutzt. Wer Nachtkerzen zum Essen erntet, sollte unbedingt auf schön lockeren Boden achten. Noch besser: man baut sie gleich im Kübel an, in besonders lockerem Substrat.

Verarbeitung

Kartoffeln wäscht man nach der Ernte nicht, so bleiben sie im Lager länger frisch. Doch weder Knollenziest noch Süßkartoffeln lassen sich lange lagern. Sind eigentlich für den Frischverzehr gedacht. Daher entfernt Renate Hudak den groben Schmutz in der Regentonne. Löwenzahn und Nachtkerze werden ebenfalls gebürstet. Den Löwenzahn schält die Gärtnerin zusätzlich und entfernt verholzte Teile, denn sie und die Schale enthalten noch mehr Bitterstoffe als der Rest der Wurzeln. Dann werden alle Wurzeln in Scheiben geschnitten und mit Öl in einer Pfanne angebraten, aber lediglich mit etwas Salz und Pfeffer gewürzt. Es geht ja um den Geschmack der einzelnen Pflanzen. Nur wenn der von Renate Hudak und ihrem Mann Harald Harazim als angenehm empfunden wird, gibt es einen erneuten Anbauversuch im nächsten Jahr.

Kontakt

Renate Hudak
Am Neubruch 21
86199 Augsburg

Telefon: 0821 156794
Email: info@renate-hudak.de