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Winterblüher Ökologisch-Botanischer Garten Bayreuth

„Was für mich das Schönste ist, ist überall diese Lauerstellung, diese Wartestellung in der Natur, die bei mir die Vorfreude weckt, dass es demnächst so richtig losgeht.“ sagt Gregor Aas, Direktor des Ökologisch-Botanischen Gartens in Bayreuth. Der Botaniker nimmt uns mit auf einen winterlichen Rundgang.

Von: Tobias Bode

Stand: 22.01.2021

Die Prärie

Im Präriebereich des Botanischen Gartens blüht zwar noch nichts, dafür sorgen die trockenen Fruchtstände der Stauden für Struktur. Erst Ende Februar werden die Pflanzen zurückgeschnitten und dienen bis dahin Insekten als Unterschlupf und Vögel können sich von den Samen ernähren. Für Besucher ist der Garten momentan geschlossen. Daher nimmt uns Gregor Aas mit auf einen Rundgang. Auf der Suche nach Pflanzen, die bereits in den Startlöchern stehen.

Die Frühlings-Zaubernuss

Bei manchen Pflanzen muss man schon genau hinschauen, um die Blüten zu entdecken. Die Frühlings-Zaubernuss (Hamamelis vernalis) aus den südöstlichen USA ist ein klassischer Winterblüher. Doch bei Temperaturen um -7°C sind die Blüten geschlossen. Sobald es wärmer wird, entfalten sich die Blütenblätter und locken unter anderem Fliegen zur Bestäubung an. Am passenden Standort zieht sich die Blütezeit der Frühlings-Zaubernuss bis in den März hinein.

Die Stechpalme

Ein heimisches Gehölz, das im Winter nicht durch Blüten, sondern durch Früchte auffällt, ist die Stechpalme, Ilex aquifolium. Die Stechpalme ist „Baum des Jahres“ 2021. Im Gegensatz zu den meisten anderen heimischen Laubgehölzen ist sie immergrün. Die Stechpalme ist durch die Früchte und ihren verzweigten Wuchs ein ideales Vogelschutzgehölz.

Internet-Tipp

Mehr Informationen zum Baum des Jahres finden Sie hier:

Rhododendron im Winter

Der Rhododendron, ursprünglich aus Asien und immergrün, punktet vor allem im Mai durch seine Blüten. Doch im Winter sehen viele Rhododendren eher traurig aus. Die Blätter hängen schlaff herunter und der Strauch wirkt ausgelaugt. Doch keine Panik! Durch die eingerollten und hängenden Blätter verhindert der Strauch übermäßigen Wasserverlust. Denn Immergrüne wie der Rhododendron verlieren bei Sonnenschein auch im Winter Wasser über die Blätter. Und wenn dann der Boden gefroren ist, kann kein Wasser nachgeliefert werden. Der Baum vertrocknet, Frosttrocknis nennt man das in der Botanik. Der Rhododendron schützt sich also, indem er seine Blätter einrollt und dadurch die Oberfläche, die von der Sonne beschienen wird, reduziert.

Der Seidelbast

Ein Strauch, der mit seinen frühen Blüten fast schon exotisch anmutet, ist der Seidelbast (Daphne mezereum). Doch der Zwergstrauch ist heimisch und kommt unter anderem in Laubwäldern mit kalkreichen Böden vor. Seine frühen Blüten sind unter anderem Nahrungsquelle für Schmetterlinge. Und zwar für solche Arten, die als Falter überwintern, wie Zitronenfalter, Kleiner Fuchs oder C-Falter. Wer den Seidelbast im Garten pflanzen möchte, muss beachten, dass der ganze Strauch stark giftig ist. Schon wenige Beeren, die ab Juni erscheinen, können tödlich wirken. Wenn Kinder im Garten unterwegs sind, sollte man auf den Seidelbast daher verzichten.

Für Gregor Aas endet der heutige Winter-Rundgang durch den Ökologisch-Botanischen Garten. Noch dominieren hier die trockenen Fruchtstände der Stauden das Bild, doch schon in einigen Wochen steht der Garten wieder in voller Blüte.

Info

Momentan ist der Ökologisch-Botanische Garten für Besucher geschlossen.

Informationen zum Garten finden Sie hier: