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Poinsettien 5 Überlebenstipps für den Weihnachtsstern!

Weihnachtssterne gehören zum Advent. Weihnachten selbst erlebt allerdings kaum einer. Erfroren, ersoffen, erstickt – Weihnachtssterne kommen auf unterschiedlichste Art um. Das muss nicht sein. Hier die 5 Überlebenstipps für Ihren Weihnachtsstern!

Stand: 07.12.2018

Weihnachtsstern mit Potenzial?

In der Theorie, sagt Eva Maria Geiger von der Bayerischen Landesanstalt für Gartenbau in Veitshöchheim, können Weihnachtssterne Jahrzehnte alt werden. Denn in ihrer Heimat in Mexiko wachsen sie zu stattlichen, meterhohen Sträuchern heran. Und auch in den Bayerischen Gärtnereinen wachsen die Pflanzen gut. Vier Monate dauert die Kultur vom kleinen Steckling bis zum fertigen, blühenden Exemplar. Eine gute Qualität erkennt man an gleichmäßig gefärbtem Laub, kräftigen Stielen und den frischen Blüten im Inneren der roten Hochblätter. Die kleinen „Knubbel“ sollten noch nicht geöffnet sein, dann hat der Weihnachtsstern eigentlich die besten Voraussetzungen für ein langes Leben. Wären da nicht der Transport, der Standort, das Gießen…

Stressfaktor: „Transport“

Weihnachtssterne begegnen uns in der Adventszeit in jedem Supermarkt, Discounter oder Baumarkt. Kauft man eine solche Pflanze, hat diese bereits eine Odyssee hinter sich. Tagelang eingesperrt im LKW, in Container gepresst, ohne Licht und Luft, nur um dann im Eingangsbereich verkauft zu werden. Optisch ist das den Sternen meist nicht anzusehen und doch stehen die Pflanzen bereits mit einem Bein im Grab. Wird der Stern dann noch ohne Schutz durch Kälte und Wind zum Auto getragen oder schlimmer noch im Fahrradkorb nach Hause transportiert, ist er kaum mehr zu retten. Schon kurze Zeit in der Kälte reicht aus, um die Zellen zum Absterben zu bringen. Zwei bis drei Tage später zeigt sich der Kälteschock in gelben Blättern und abfallenden Blüten.

Überlebenstipp: Warm einpacken!

Wer lange etwas von seinem Weihnachtsstern haben will, sollte sich die Pflanze am besten in einer Gärtnerei kaufen und dann gut einpacken. Mehrere Lagen Zeitungspapier schützen vor der kalten Luft. Und dann nicht mehr lange Bummeln, sondern schnell nach Hause und die Pflanze wieder ins Warme bringen.

Stressfaktor: „Zugluft“

Sucht man einen passenden Platz, sollte es nicht gerade an dem Fenster sein, dass zum Lüften verwendet wird. Gerade wenn die Temperaturen draußen unter null Grad fallen, reichen schon einige Minuten, um dem Weihnachtsstern den Gar aus zu machen.

Überlebenstipp: Ortswechsel!

Am besten die Pflanze an einen hellen und temperierten Platz an ein Fenster stellen, das nicht zum Lüften verwendet wird. Raumtemperaturen von 15 bis 22 Grad sind ideal für die Pflanze. Gibt es diesen Platz nicht, den Weihnachtsstern vor dem Lüften an einen geschützten Ort stellen, wo die kalte Luft ihn nicht erreicht.

Stressfaktor: „Lichtmangel“

Weihnachtssterne werden als Dekoration gerne mitten ins Zimmer auf den Esstisch, die Kommode, ins Bücherregal oder das Sideboard gestellt. Für uns wirken diese Zimmer hell und freundlich und wird es draußen im Winter früh dunkel, machen wir das Licht an. Für den Weihnachtsstern, der aus dem sonnigen Mexiko kommt, herrscht hier finstere Nacht. Denn Pflanzen brauchen bestimmte Lichtwellen, um wachsen zu können. Die meisten Lampen machen zwar für uns Menschen hell, für Pflanzen sind sie aber nichts.

Überlebenstipp: Ein Fensterplatz!

Deshalb den Weihnachtsstern am besten direkt an ein Fenster stellen, wo es möglichst hell ist, gerne auch Sonne hinkommt. Denn dort ist die Lichtmenge für ein Überleben ausreichend. Im Frühjahr, ab Mai, darf der Weihnachtsstern dann gerne umziehen und zwar auf den Balkon oder die Terrasse. In voller Sonne fühlt sich die Pflanze dort am wohlsten, wächst zu einem stattlichen Strauch heran.

Stressfaktor: „Ertrinken“

Weihnachtssterne haben ein Problem mit nassen Füßen. Schon einmal zu viel Gießen reicht, um die Pflanzen dauerhaft zu schädigen. Denn stehen die Wurzeln über längere Zeit im Wasser, beginnen sie zu faulen und sterben ab.

Überlebenstipp: Mäßig gießen!

Am einfachsten ist es, die Pflanze nach 15 Minuten aus dem Übertopf zu nehmen und überschüssiges Wasser abzugießen. Dann kann nichts passieren. Wem das zu viel Aufwand ist, der gibt in den Übertopf eine fünf Zentimeter hohe Schicht Blähton. Dann kann überschüssiges Wasser ablaufen und nach und nach Verdunsten. Gibt man dann noch alle zwei Wochen etwas Flüssigdünger ins Gießwasser, bedankt sich der Stern mit üppig grünen Blättern und gesundem Wuchs.

Stressfaktor: „Heizungsluft“

In vielen Altbauten sind die Heizungen unmittelbar unter dem Fensterbrett. Stellt man seinen Weihnachtsstern dort auf, hat die Pflanze ständig Stress. Die aufsteigende warme Luft trocknet sowohl die Wurzeln, als auch die Blätter schnell aus. Die Pflanze verliert mehr Feuchtigkeit, als sie aufnehmen kann. Die Folge: Innerhalb weniger Tage werden die Blätter hell und schlapp, fallen dann ab.

Überlebenstipp: Ortswechsel

Wenn möglich einen anderen Platz für den Weihnachtsstern suchen. Gibt es einen solchen nicht, kann ein großer Übertopf helfen. Den mit einer Schicht Blähton oder Kies versehen und dafür sorgen, dass immer etwas Wasser in der Drainageschicht steht. Dieses verdunstet und sorgt für ein angenehmes Kleinklima rund um die Pflanze.