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Melonen aus Bamberg Wassermelonen in rot und gelb

Wassermelonen schmecken vollreif und frisch am besten. Doch der Anbau in Bayern ist schwierig, vor allem ungeschützt im Freiland. Die Experten der Bayerischen Landesanstalt für Gartenbau in Bamberg haben es im letzten Jahr trotzdem versucht!

Stand: 31.05.2019

Gute Vorbereitung

Beste Startbedingungen bekommen die vorgezogenen Jungpflanzen in Bamberg auf jeden Fall. Der Boden wurde vor dem Pflanzen tief gelockert. Für ausreichend Nährstoffe sorgen Hornspäne. Der richtige Pflanzzeitpunkt ist entscheidend für den Erfolg: Setzt man die Melonen zu früh, bekommen sie nach kalten Nächten Wachstumsdepressionen oder erfrieren gleich ganz. Pflanzt man sie zu spät, ist die Fruchtausreife unsicher. Die Bamberger Experten haben deshalb die Eisheiligen abgewartet und Ende Mai mit dem Auspflanzen begonnen. Zu dieser Zeit ist der Boden schon aufgewärmt, das sorgt für ein schnelles Einwachsen. Um das Unkraut in Schach zu halten, bekamen die Melonen dann noch eine Mulchschicht aus Stroh. Normalerweise verwenden Gärtner für solche Flächen schwarze Mulchfolie. Das wollten die Bamberger Gärtner nicht, sie wollten eine nachhaltige Lösung und haben deshalb Stroh verwendet.

Männlein und Weiblein

Melonenpflanzen haben männliche und weibliche Blüten an einer Pflanze, die männlichen Blüten haben nur einen ganz dünnen Stiel, bei den weiblichen sieht man schon den Fruchtknoten, aus dem dann die Melone entsteht. Diese weiblichen Blüten entstehen vorzugsweise an Seitentrieben. Bestäubt werden die Blüten von Bienen und Hummeln. Bereits sechs Wochen nach dem Pflanzen kann man im dichten Laub 10 Zentimeter große Melonen entdecken – aber nur wenn das Wetter mitspielt.
In Bamberg war das im letzten Jahr schwierig, der Juni war eher kühl und feucht. Und dann kam noch ein weiteres Problem dazu: Der Boden blieb unter der Strohabdeckung zu kühl, die Pflanzen wuchsen kaum vom Fleck, waren gelb und kränklich. Anfang Juli entschieden die Gärtner dann, die Strohabdeckung direkt an der Pflanzstelle zu entfernen. Schon nach einigen Tagen zeigte sich der Erfolg: Die Melonen begannen zu wachsen und bildeten schnell Früchte aus.

Kein Strohmulch!

Unter dem Strohmulch war der Boden zu gut isoliert, die Sonnenstrahlen konnten den Untergrund nicht ausreichend erwärmen. Das Unkraut wurde zwar ausreichend unterdrückt, die Melonen kamen aber zu spät ins Wachsen. Das Fazit: Strohmulch ist bei Wassermelonen ungünstig, kann höchstens zwischen den Reihen verwendet werden.

Unter Beobachtung!

Der spannende Moment kam dann im September: Die Ernte. Doch woran erkennt man die Reife der Früchte? Das einzige äußerliche Merkmal ist der sogenannte Feldfleck. Der Fleck, auf dem die Melone liegt. Ist er ausgeprägt, soll das ein Reifekriterium sein. Und dann ist da noch der Klang. Je nach Reife hören sich die Melonen anders an. Klingt die Wassermelone hohl und dumpf, kann man auf eine süße Frucht hoffen. In Bamberg konnten 2019 vollreife und saftig-süße Früchte geerntet werden, doch in jedem Jahr wird das wahrscheinlich nicht gelingen. Wer sich an den Anbau von Melonen wagen möchte, sollte einen geschützten sonnigen Platz oder ein Kleingewächshaus besitzen. Spaß macht das Experimentieren mit den Früchten in jedem Fall!

Gelb oder rot?

Auf dem Feld der Bayerischen Landesanstalt für Gartenbau in Bamberg wuchsen im vergangen Jahr verschiedene Sorten. Reif wurden bei allen gepflanzten Sorten einige Früchte. in diesem Jahr werden weitere Versuche unternommen.
Besonders auffällig war die Sorte ’Luteo‘. Sie besitzt gelbes Fruchtfleisch, ist aromatisch und süß. Die roten Sorten waren: ‚Sugar Baby‘, ‚Premium‘, ‚Ingrid’ und ‚Tigrinho‘ – auch sie lieferten saftig-süße Früchte und ein gutes Aroma.

Kontakt

Bayerische Landesanstalt für Gartenbau
Galgenfuhr 21
96050 Bamberg
Telefon: 0951 917260