BR Fernsehen - Querbeet

Pflanzensammlung in Italien Villa Hanbury

Heute geht’s nach Italien. Genauer: an die italienische Riviera. Zur Villa Hanbury und ihrem Garten in Ventimiglia, unweit der Grenze zu Frankreich.

Stand: 03.08.2018

Gartengeschichte

Die Geschichte des Gartens beginnt 1867, als der englische Kaufmann Thomas Hanbury das 40 Hektar große Gelände erwirbt, um dort dem Arbeitsalltag den Rücken zuzukehren. Und zwar schon mit 35 Jahren. Zuvor verbrachte er einige Jahre im Fernen Osten. An seine Zeit in China erinnert die Fontana del Drago:
1852 verschlägt es Thomas Hanbury nach Shanghai. Fasziniert von Land und Kultur ist er dort knapp 20 Jahre als Kaufmann tätig, lernt Mandarin, knüpft zahlreiche Kontakte und verdient so viel Geld, dass er aufhören kann zu Arbeiten. Und kauft das Grundstück am westlichsten Zipfel Italiens, nur wenige Kilometer von der französischen Grenze entfernt. Für den Sammler die perfekte Altersresidenz. Seine Pflanzen profitieren von den umliegenden Hügeln, die das Gelände vor den Alpenwinden abschirmen.
1907 stirbt Thomas Hanbury. Der Garten gelangt in die Obhut seines Sohnes Cecil. Dieser führt das Werk seines Vaters fort, stockt die Pflanzensammlung immer weiter auf.


Thomas Hanbury ist ein reiner Sammler. Er sortiert die Pflanzen thematisch oder nach Ursprungsland. Das Inszenieren und das Ausgestalten der einzelnen Gartenräume ist überwiegend seinem Sohn Cecil und dessen Frau Dorothy zuzuschreiben.

Im Jetzt

Heute hat der Garten mit 18 Hektar nur noch knapp die Hälfte seines ursprünglichen Ausmaßes. Immer noch weit mehr als man an einem einzigen Tag besichtigen kann.
Und zu entdecken gibt es viel! Seien das die einzelnen Sammlungen oder die regelmäßigen Baumaßnahmen.
2014 bekommt der Steingarten unterhalb der Villa eine Frischekur:


Der Untergrund wurde bereits ausgetauscht, ist jetzt wieder besonders durchlässig. So entsteht später keine stauende Nässe an den Pflanzenwurzeln. Die Gärtner nutzen Kalksteine in verschiedenen Formen und Größen, um einen Rahmen zu schaffen für die späteren Pflanzinseln. Kakteen, Palmen und Sukkulenten in beachtlicher Größe ‘ziehen‘ den Steingarten nach oben. Darüber hinaus sorgen Baum-Aloe und Opuntie für Blüten. Die eine im Dezember, die andere bereits im Mai.

Garteneindrücke

In der Sammlung befinden sich exotische Gewächse, aber auch heimische wie Rosmarin. Schon eine kleine Berührung reicht und sein Duft erschlägt einen förmlich. Die unterhalb der Villa gepflanzten Exemplare sind alt, zu niedrigen Hecken gezogen. Insgesamt drei solcher Hecken umgeben den angenehm plätschernden Brunnen.


Unterhalb des Hauses, in dem noch heute Nachfahren der Hanburies leben, befindet sich ein Brunnen, die Fontana Nirvana. Entlang der Mauer wachsen Drachenbaum-Agaven. Dazu gesellen sich Duftgeranien, und viele trockenheitsverträgliche Dickblattgewächse.
Rosmarinhecken und Nirvanabrunnen, zwei komplett gegensätzlich gestaltete Gartenbereiche. Sie stehen beispielhaft für all das, was man heute in den Gärten der Villa Hanbury entdecken kann.

Kontakt

Villa Hanbury
Corso Montecarlo 43
18039 Ventimiglia IM
ITALIEN

Telefon +39 0184 229507
Email: info@cooperativa-omnia.com

Öffnungszeiten

Frühling/Herbst
1. März bis 15. Juni / 16. September bis 15. Oktober:
9.30 - 17.00 Uhr, um 18. 00 Uhr wird abgesperrt

Sommer
16. Juni bis 15. September:
9.30 - 18.00 Uhr, um 19.00 Uhr wird abgesperrt

Winter
16. Oktober bis 28. Februar:
9.30 - 16.00 Uhr, um 17.00 Uhr wird abgesperrt