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Rokoko in Franken Schloss und Park Veitshöchheim

Nur das dunkle Grün der Fichten und laublose Hainbuchen. Der Winter hat sich breit gemacht im Hofgarten des Schlosses Veitshöchheim in Unterfranken. Dem Garten ist das egal. Vielmehr noch lässt er zu dieser Jahreszeit besondere Einblicke in Form und Struktur zu, die er das Jahr über unter seiner Laubdecke zu verbergen wusste. Über die Jahrzehnte hat die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen dem Hofgarten Veitshöchheim seinen alten Glanz wiedergegeben und so ein Stück Rokoko in Unterfranken am Leben erhalten.

Stand: 07.12.2018

Gestern und Heute

Seit 1702 ist der Garten Rahmengeber der fürstlichen Sommerresidenz Veitshöchheim. Ab 1763 nimmt das Rokokoparadies seine jetzige Gestalt an, verliert zwischendurch jedoch an gartenbaulicher Bedeutung. In den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts restauriert man die Anlage schließlich. Auch heute noch gibt es genug zu tun in Veitshöchheim. Mit den Pflanzarbeiten beginnen die Gärtner, sobald keine Fröste mehr drohen. Heute auf ihrem Plan: eine Lücke in einer der Hainbuchenhecken schließen. Die Hecken teilen den Garten in einzelne Zimmer, schaffen geschlossene Bereiche, die sich nur an den Blickachsen öffnen.

Auch im Winter muss gegossen werden

Erst das Pflanzloch ausheben, dann die Hainbuche einsetzen und schließlich das Ballentuch aufschneiden und nach unten klappen – das ist die gängige Vorgehensweise beim Pflanzen ballierter Gehölze. Das Ballentuch wird sich im Laufe der nächsten Jahre zersetzen. Fachgerecht gepflanzt werden die 4 Jahre alten Gehölze rasch im Wachstum aufholen und die in der Hecke entstandene Lücke schließen.

Noch rasch fertig pflanzen und schließlich letzte Lufteinschlüsse mit Wasser beseitigen. Im ersten Moment mag man zwar denken: Wozu angießen in der kalten Jahreszeit? Doch, ist der Boden nicht vollständig gefroren, haben Gehölze keine Pause. Im Gegenteil, sie brauchen das Wasser von unten für Stoffwechsel und Wurzelwachstum. Wird nicht angegossen, kann es zu Trockenschäden, im schlimmsten Fall sogar zu Ausfällen kommen!

Der neue Gemüsegarten

Ein Gartenplan aus dem Jahr 1720 zeigt: Zier- und Nutzwert sind schon im Rokoko eng miteinander verbunden. Auf sechs symmetrischen Beeten wachsen Würz- und Heilkräuter, aber auch extravagantes Gemüse wie Auberginen oder Artischocken.
Ende des 20. Jahrhunderts saniert man den Küchengarten aufwendig und stellt die alten Strukturen wieder her. Erneut wachsen historische, aber auch neue Gemüsesorten, Gewürz- und Küchenkräuter auf dieser Fläche.