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Selbst gemacht Gärtnerseife

Im Garten von Kathrin Robl im oberpfälzischen Erpfenzell wachsen zahlreiche alte Gemüsesorten. Darunter auch Gurken. Erntet man die zu spät, sind sie nicht mehr genießbar. Nutzen lassen sich die Früchte trotzdem: Kathrin Robl stellt daraus Seife her.

Stand: 03.08.2018

Seife mit Gurke

In der Naturkosmetik ist die Gurke schon lange als vitaminreicher Feuchtigkeitsspender bekannt. Mit den geernteten Früchten geht´s in die Seifenküche. Die hat sich die Umweltpädagogin extra für die professionelle Herstellung von Seifen eingerichtet. Der Raum entspricht den rechtlichen Vorgaben, ist gut zu lüften und zu reinigen. Das Rezept, das sich Kathrin Robl ausgesucht hat, ergibt 1200 Gramm Seifenleim. Von der dazugehörigen Flüssigkeit benötigt man ein Drittel dieser Menge. In dem Fall anstatt Wasser pürierte Gurke. Zu den Gurken kommen noch Kräuter wie Petersilie und Dill. So dass beim Pürieren 400 Gramm Flüssigkeit entstehen.

Kathrin Robl stellt seit drei Jahren Seife her und hat schon viele Rezepte ausprobiert. Bei jedem variieren zum Beispiel der Duft und der Grad der Überfettung. Er gibt an, wie rückfettend die Seife beim Waschen wirkt. Je höher der Grad, desto pflegender die Seife. Die dafür wichtigste Zutat bekommt man in der Apotheke: Natriumhydroxid für eine Lauge. Um eine Seife mit siebenprozentiger Überfettung zu erhalten, benötigt Kathrin Robl exakt 167 Gramm Natriumhydroxid in Form kleiner Kügelchen. Das Natriumhydroxid wird jetzt vorsichtig in die 400 Gramm Flüssigkeit gegeben.

Beim Zusammenschütten kommt es zu einer Reaktion. Wer zum ersten Mal Seife macht, sollte sich mit Schutzbrille und Handschuhen schützen! Dann muss die Lauge abkühlen. In der Zwischenzeit bereitet Kathrin Robl die Zutaten vor. Darunter Olivenöl (500g), Rapsöl (100g) und Sonnenblumenöl (100g). Rizinusöl (100g) macht die Seife schaumig, Kokosfett (400g) macht sie fest. Sobald das geschmolzen ist, kommen die Öle dazu.

Alles zusammen wird erwärmt, auf etwa 30 Grad. Ist die Lauge auf dieselbe Temperatur abgekühlt, gießt Kathrin Robl beides zusammen und verrührt es miteinander. Beim Verseifen spalten sich die Fettmoleküle auf. Es entstehen Glycerin und Fettsäuresalze – also Seife!

Auch beim Mixen wieder vorsichtig sein, damit man von der Lauge nichts abbekommt. Ein hoher Topf verhindert zudem unnötige Spritzer. Für einen Peeling-Effekt gibt Kathrin Robl noch Mohnssamen in die Seife. Für selbstgemachte Seife braucht man Geduld.

Mindestens vier Wochen muss die Seife jetzt reifen. Dann ist der pH-Wert der Seife soweit abgesunken, dass man sie verwenden kann. Ganz schön viel Aufwand fürs Händewaschen! Aber das ist es Kathrin Robl wert:

"Ich weiß, was nicht drin ist: es sind keine Mikroplastikpartikel als Füllstoff drin, es ist natürliches Glycerin drin und alle Zutaten haben Lebensmittelqualität."

Katrin Robl

Kontakt

Kathrin Robl
Erpfenzell 10a
93167 Falkenstein
Telefon: 09462 387