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Garten in Unterfranken Schnittblumen aus dem Garten

In Hanglage über dem kleinen Weinort Frickenhausen am Main liegt der im englischen Stil gestaltete Garten von Marina Wüst. Auf den vielen Wegen, die sich durch den Park schlängeln, eröffnen sich stets neue Perspektiven. Und Rosen, meist englische, haben hier eine perfekte Bühne. Bis in den Spätsommer blühen sie.

Von: Galina Kirsunova

Stand: 08.09.2020

Der Aufwand für die Pflege schreckt die passionierte Gärtnerin nicht ab. Im Gegenteil: Der Garten gibt ihr viel zurück: Er spendet Ruhe, Beschaulichkeit, regt zum Nachdenken an, meint sie. Im Frühherbst ist die Hauptblüte der Rosen vorbei. Die Luft wird still und klar und der Garten bedankt sich mit kräftigen Farben. In diesen Tagen holt sich Marina Wüst ein Stück herbstliche Stimmung mit einem Blumenstrauß ins Haus.

Gartenräume im englischen Stil

Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie diese parkähnliche Anlage im englischen Stil auf rund 3.000 qm rund um das Haus angelegt. Seit über 20 Jahren verwirklicht sie hier viele ihrer Ideen. Unter den alten Bäumen entlang der geschlungenen Wege gedeihen schattenliebende Pflanzen - Hortensien, Rhododendren, Storchschnabel und jede Menge Gräser. An mehreren Standorten laden ruhige Sitzplätze zum Genießen und Entspannen ein.

Im unteren Teil ihres Grundstücks hat Marina Wüst einen bunten Bauerngarten angelegt: Im Wechsel der Jahreszeiten entwickelt sich hier eine üppige Blütenpracht, die jede Menge Bienen und andere Insekten anlockt. Jetzt, im Frühherbst, freut sich die Gartenbesitzerin über zahlreiche Dahlien, Gladiolen, Zinnien, Studentenblumen.

"Heute schneide ich einen richtig schönen Blumenstrauß. Wir bekommen Besuch und dann macht es natürlich etwas her, wenn man sich den Garten ins Haus holt oder an den gedeckten Tisch und dann einen richtig schönen, opulenten Strauß hat. Ich schneide aber nicht alles von einer Staude oder Blüte ab, also von einer Pflanze. Ich gehe lieber im Garten mal durch und nehme hier was, da was, weil etwas im Garten auch blühen soll."

Marina Wüst

Alles im Garten von Marina Wüst ist harmonisch aufeinander abgestimmt – Farben, Formen.

Ein bunter Strauß

"Die Liebe zu Blumen, das begann natürlich wie bei den meisten schon als kleines Mädchen. Blumensträuße habe ich immer geliebt, ich habe sie nur in der Natur gemacht, auf Feld und Wiese. Und ja - den Blumentraum, den habe ich mir jetzt erfüllt, kann ich sagen. Ich habe von allem etwas. Und ich bin immer neugierig auf etwas Neues: die Anemonen. Ich lieb‘ die Astern, da gibt es eine große Vielfalt."

Marina Wüst

Allmählich füllt sich der Korb: Marina Wüst hat noch eine Rose drin, diesmal in Dunkelrot, passend zur mexikanischen Sonnenblume, eine seltene Iris, die bis in den Herbst blüht und noch einige andere Blumen. Am Tag zuvor hat sie zudem einige Hopfenzweige und einen Weißdornzweig mit reifen roten Früchten geschnitten. Als „Begleiter“, die Zwischenräume im Strauß füllen sollen, hat sie Knöterich und Verbena bonariensis ausgesucht.
Zunächst entblättert hat Marina Wüst alle Blütenstiele. So halten sie im Wasser länger. Heiterkeit soll ihr Strauß verströmen.

"Ich steck’ sie jetzt einfach rein. Und schaue, wie es auseinanderfällt. Heute früh habe ich nicht gewußt, was daraus wird. Man hat zwar eine Idee im Kopf. Aber wie es nachher wirklich wird, das weiß man, wenn’s fertig ist. Also, ich bin zufrieden!"

Marina Wüst