BR Fernsehen - Querbeet

Experiment Gemüse aus Rohrkolbensprossen

Der Rohrkolben wuchert im Garten von Barbara Krasemann so kräftig, dass ein Teil der Sumpfpflanze jedes Jahr weichen muss, damit der Teich überhaupt noch zu sehen ist. Doch das Grünzeug landet nicht auf dem Kompost, sondern im Kochtopf!

Stand: 31.05.2019

Frühjahr- oder Sommerernte?

Im Volksmund heißt der Rohkolben auch Lampen- oder Kanonenputzer, aufgrund seiner Fruchtstände, die kolbenförmig sind. Früher wurde der Rohrkolben vielseitig genutzt, zum Essen und zum Flechten. Heute kennt das kaum mehr einer. Barbara Krasemann ist vor einigen Jahren auf den Geschmack gekommen, genau dann als der Rohrkolben an ihrem Teich so gut wuchs, dass die kleine Wasserfläche kaum mehr zu sehen war. Doch bisher hat die Gärtnerin immer im April geerntet. Dieses Jahr ist sie später dran, denn Rohrkolben soll auch im Sommer schmecken – und deutlich mehr Ertrag liefern …

Im Frühjahr lassen sich die jungen Triebe problemlos ernten, reißen auf Zug einfach ab. Jetzt im Juni ist davon keine Rede mehr. Viele Triebe brechen zu hoch oder müssen abgeschnitten werden. Doch essbar ist nur der Spross, die Blätter sind zäh und faserig. Und genau der wertvolle, schmackhafte Sprossteil bleibt bei der Sommerernte häufig im Teichboden stecken. Davon lässt sich Barbara Krasemann aber nicht abschrecken, Trieb für Trieb reißt sie den Rohrkolben aus. Solange bis der Sichtbereich zum Teich wieder frei ist und die Gärtnerin genug zum Verarbeiten und Kochen hat.

An die Messer…

Als erstes kommen die Blätter weg, dann geht’s ans Schälen. Und auch hier zeigt sich die Sommerernte im Nachteil; schon beim Durchschneiden der Triebe geht’s zäh voran und dann ist da noch der klebrige Saft – eine Art zähes Gel – zwischen Blättern und Spross. Das ist bei den jungen Trieben im Frühjahr kaum spürbar, bei den älteren Trieben jetzt im Juni schon. Deshalb geht’s nicht direkt in den Kochtopf, sondern die geschälten Sprosse müssen erst noch gewaschen werden. Mit etwas Salz kommen die kleingeschnittenen Rohrkolben-Sprosse dann in den Topf und dürfen gut 20 Minuten kochen. Im Frühjahr geerntete Rohrkolben brauchen höchstens 10 Minuten Garzeit, sonst zerfällt das Gemüse regelrecht. Davon ist im Juni nichts zu spüren. Etwa ein Drittel der Sprosse sind auch nach 20 Minuten noch hart und zäh. Diese Stücke sortiert Barbara Krasemann aus. Der Rest ist dafür schön butterzart und schmeckt auch hervorragend.

Fazit

Für ein Mittagessen reicht das Rohrkolbengemüse, viel mehr bleibt diesmal nicht übrig. Aber es schmeckt gut. Rohrkolbensprosse schmecken wie eine Mischung aus Zucchini, Erbse und Kohlrabi – ein sehr angenehmer milder Geschmack. Wie Spargel genießt Barbara Krasemann ihr Gemüse am liebsten mit zerlassener Butter oder noch besser Sauce Hollandaise.
Wer Rohrkolben im Garten hat und ihn etwas reduzieren muss, sollte das Gemüse besser im zeitigen Frühjahr ernten. Dann sind die jungen Triebe leicht zu reißen, zart im Geschmack und sogar roh ein Genuss!

Kontakt

Barbara Krasemann
Dixenhausen 23
91177 Thalmässing

Telefon: 09173 78886
Email: info@baerbels-garten.de