BR Fernsehen - Querbeet

Biodünger vom Feinsten Wurmkompost

Bei Brigitte Goss wohnen die Würmer auf der Terrasse in einer umgebauten Bienenbeute. Täglich schaut die Gärtnerin nach ihren Tieren und ist immer wieder begeistert, wie fleißig ihre Würmer sind.

Stand: 17.05.2019

Stinkwurm, Mistwurm – keine schmeichelhaften Namen…

…für überaus nützliche Tiere. Kompostwürmer gehören zu den Regenwürmern. In der Natur sind sie häufig unter verrottenden Pflanzen oder in Wiesenböden zu finden. Und dort meist in den oberen Schichten, denn so finden sie genug Nahrung. Ein Kompostwurm kann bis zu 9 Zentimeter groß werden, eine Besonderheit ist sein Wärmebedürfnis. Während viele Regenwürmer Temperaturen von 10 - 14 Grad bevorzugen, fühlen sich Kompostwürmer bei 20 - 25 Grad Celsius besonders wohl.

Bienenbeute als Wurmfarm?

Alte und ausgemusterte Bienenbeuten sind optimal für Wurmfarmen geeignet. Das Holz ist atmungsaktiv, die Stockwerke ausreichend groß. Alles, was es braucht, sind Gitter am Boden. Dafür schneidet Brigitte Goss Hasendraht auf die passende Größe und tackert die Gitter in die Beute. Eingeweichte Kartons sorgen für ausreichend Feuchtigkeit im neuen Wurm-Zuhause, dann fehlt nur noch Futter. Alles, was in Küche und Garten an Gemüse- und Obstresten anfällt, landet bei den Würmern. Aber nur ungekocht und unbehandelt, das ist wichtig, sagt Brigitte Goss. Ihre Würmer hat sie aus ihrem normalen Gartenkompost gesammelt und von einem Bekannten bekommen. Wer keine Würmer hat, kann diese aber auch im Internet bestellen. Sind die Würmer gefüttert und versorgt, wirft Brigitte Goss noch einen Blick in die Auffangschale unter dem Wurmkomposter. Hier landet überschüssige Feuchtigkeit, die beim Zersetzen des organischen Materials entsteht.

Dünger vom Feinsten

Als Brigitte Goss ihre erste Wurmkiste gebaut hat, war sie noch skeptisch, ob das wirklich funktioniert. Mittlerweile baut sie regelmäßig neue Wurmfarmen, hat mit ihrer Begeisterung bereits viele Freunde und auch ihre Tochter angesteckt. Verwendet wird der entstandene Humus vor allem für die Gemüsepflanzen, die Flüssigkeit bekommen die Kübelpflanzen. Dafür mischt Brigitte Goss 100 ml Wurmbrühe in 10 Liter Gießwasser. Einmal pro Woche bekommen alle Topfpflanzen diesen Biodünger. Ein Überdüngen ist nicht möglich, so die Erfahrung der Gärtnerin. In den Hochbeeten beim Gemüse kommt der Humus zum Einsatz. Vor allem Tomaten, Gurken und andere starkzehrende Gemüsepflanzen profitieren vom Wurmkompost.