BR Fernsehen - Querbeet

Obstbaum verjüngen Frischekur für die Kirsche

60 Jahre ist er alt und wirkt schon müde – der Kirsch-Hochstamm im Garten von Dr. Hermann Kolesch in Erlabrunn. Um das Leben seines Obstbaumes zu verlängern, hat sich der Winzer Hilfe geholt. Damit beim Schnitt nichts schiefgeht!

Stand: 15.03.2019

Lebensverlängernde Maßnahmen

Die Kirsche stand schon auf dem Grundstück als Hermann Kolesch hier sein Haus baute. Für den gelernten Winzer gehören alte Streuobstbäume in jeden fränkischen Garten, sind die Gehölze doch Strukturbildner und prägendes Element. Im Fall der Kirsche kommen noch zwei Aspekte dazu. Der Baum liefert im Sommer willkommenen Schatten und reichlich Früchte. Doch im Laufe der Jahrzehnte ist die Kirsche immer weitergewachsen, hat ohne Schnitt eine immer breitere Krone ausgebildet. So waren die unteren Äste fast durchgängig im Schatten, begannen in den letzten Jahren vermehrt abzusterben, der ganze Baum wirkte nicht mehr vital. Selbst mit Schere und Säge ans Werk zu gehen, das wollte der gelernte Winzer nicht, hat sich deshalb Hilfe vom Obstprofi Roman Döppler geholt. Nach einem kurzen Überblick, beginnt der Gärtnermeister mit dem Schnitt. Der soll den Baum wieder vitaler und wüchsiger werden lassen und eine gesunde Kronenform fördern.

Das Ziel: eine locker aufgebaute, leicht pyramidale Krone.

Vital durch den richtigen Schnitt!

Als erstes nimmt Roman Döppler die abgestorbenen Äste und Zweige raus, macht sich dann daran die Krone neu zu formieren. Dabei entfernt der Gärtnermeister altes und abgetragenes Fruchtholz, leitet die Äste auf eher waagrecht stehende jüngere Triebe ab. Jetzt im Spätwinter ist der richtige Zeitpunkt für den Schnitt, denn in der laublosen Zeit behält man leicht den Überblick, kann die Krone besser formieren. Sobald die Saison beginnt, kann der Baum die Wunden schließen und neu durchtreiben, wächst dann wieder vitaler und gesünder als jetzt.

Im oberen Drittel der Krone lichtet der Obstexperte die Triebe aus, entfernt sich kreuzende und zu weit herabhängende Zweige. So gelangt wieder deutlich mehr Licht in die unteren Partien. Bei alten Gehölzen bringt es nichts, nur an den Triebspitzen „herum zu schnippeln“, sagt Roman Döppler. Besser ist es, einige starke und überalterte Triebe rauszunehmen und den Baum so zu neuem Wuchs anzuregen. Doch zu viel sollte es auch nicht sein, sonst treibt die Kirsche zu viele Wasserschosser. Nicht mehr als 30 Prozent der Äste sollte der Obstbaum verlieren – so die Theorie…

Im Laufe des Rückschnitts zeigt sich leider, es sind bereits viele tote Astpartien im Baum, deshalb muss der Gärtner mehr entfernen, als er eigentlich wollte. Etwa 50 Prozent der Äste liegen am Schluss am Boden. Der Tipp des Obstprofis an den Gartenbesitzer lautet deshalb: zukünftig alle zwei bis drei Jahre zu schneiden und den Baum so vital zu halten. Und auch im Sommer gibt’s was zu tun. Zu steil stehende und dichte Triebe sollten am besten direkt nach der Ernte im Juli entfernt werden…

Mehr Infos zum Obstbaumschnitt gibt’s unter folgenden Links: