BR Fernsehen - Querbeet

Pflanzen auf dem Dach Nisthilfe mit Dachbegrünung

Auf die Idee, Nisthilfen selbst zu bauen, sind schon viele Gärtner gekommen. Damit allein gibt sich Manfred Rothmeier aus dem mittelfränkischen Büchenbach aber nicht zufrieden. Er begrünt die Dächer seiner Nisthilfen zusätzlich.

Stand: 06.06.2018

In die Jahre gekommen….

Seit über 15 Jahren baut Manfred Rohtmeier Nisthilfen. Eine davon stand im Garten seines Arbeitsplatzes. Seit Anfang dieses Jahres ist der Pflanzensammler im Ruhestand. Grund genug, die beim Arbeitgeber aufgestellte Nisthilfe mit nachhause zu nehmen. Ihr Füllmaterial, sprich das Nistangebot für Wildbienen, ist schon sehr in die Jahre gekommen. Daher möchte er die einzelnen Kammern neu bestücken. Denn in jeder seiner selbst gebauten Nisthilfe stecken über 100 Arbeitsstunden. Und abgesehen vom Füllaterial sieht die restliche Konstruktion gut aus. Die Dachbegrünung möchte Manfred Rothmeier trotzdem erneuern. Er verwendet zwar dieselben Pflanzen, erneuert aber den Unterbau, sprich die Wassersperre und das Substrat.

Das Neubestücken

Fürs Neubestücken einer seiner Nisthilfen braucht Manfred Rothmeier ziemlich viele Brennnesselstiele. Die sind hohl, haben unterschiedliche Durchmesser und sind daher gut als Nisthilfe für Wildbienen geeignet. Alle Stiele schneidet er auf dieselbe Länge, mit der frisch geschärften Schere. Das Holz, das der Gärtner verwendet, ist fachmännisch, sprich trocken, gelagertes Hartholz, dass schon über 10 Jahre alt ist und dementsprechend nicht mehr aufreißt.

Das Begrünen

Die Nisthilfe sieht im Prinzip aus wie ein normales Haus mit Satteldach, nur eben eine Nummer kleiner. Um dieses Dach begrünen zu können, hat Manfred Rothmeier an allen Seiten Holzleisten angeschraubt, die dafür sorgen, dass das Substrat für die Pflanzen auf dem Dach bleibt. Die Leisten an den Längsseiten sind etwas kürzer als diese. Mittig festgeschraubt, bleibt ein kleiner Spalt, durch den das Wasser später abfließen kann. Das Substrat mischt der Gärtner selbst aus je einem Drittel Sand, Kies und Gartenboden mit geringem bis keinem Lehmanteil. Eben besonders mineralisch und strukturstabil. Damit es keinen direkten Kontakt mit dem Holzdach hat, braucht es einen Unterbau.

Dieser Unterbau ist nichts anderes als eine wasserdichte und UV-beständige Folie. Manfred Rothmeier verwendet eine transparente, aber auch schwarze Teichfolie oder ähnliches sind denkbar. Die Folie sollte möglichst plan auf dem Dach aufliegen und bis über die Kanten der Abschlussleisten stehen. Damit man die Folie später nicht sieht, hat Manfred Rothmeier sich vom Spengler verzinkte Bleche biegen lassen, die exakt auf die Abschlussleisten passen und einfach festgeschraubt werden können. Den Überstand schneidet er einfach mit dem Teppichmesser ab. Dann kommt eine innenliegende Dachrinne an die Längsseiten der Nisthilfe. Die besteht aus großen Kieseln, die mit einem Vlies abgedeckt werden, damit später kein Substrat dort hineingespült werden kann. Dann geht’s endlich los mit dem Begrünen: Zuerst etwas Erde, dann entsteht eine Landschaft mit Steinen und Pflanzen.

Denn Manfred Rothmeiers Anspruch an die Begrünung seiner Nisthilfen ist, dass sie möglichst natürlich aussieht. Zum Glück hat er sich seine Lieblingspflanzen schon oft am Naturstandort angeschaut. Daher ist es für ihn ein Leichtes, Miniaturlandschaften entstehen zu lassen.

Internet-Tipp

Wie die Begrünungen aussehen, wenn sie mal eingewachsen sind, hat der Pflanzensammler auf seiner Homepage zusammengestellt:

Und hier gibt es eine Fotostrekce über den Bau seiner jüngsten Nisthilfe: