BR Fernsehen - Querbeet

Die Summer e.V. Naturgarten in Bayreuth

Artenvielfalt fördern! Das haben sich Thomas Pickel und seine Mitstreiter des Vereins „Die Summer e.V.“ vorgenommen. Auf 10.000 Quadratmetern entsteht in Bayreuth seit 2019 ein beispielhafter Naturgarten. Heute auf dem Programm: drei Hochbeete aus Totholz.

Von: Tobias Bode

Stand: 26.06.2020

Naturgarten „Der bunte Hügel“

Über 100 Mitglieder hat der Verein „Die Summer e.V.“. Ihr Naturgarten liegt in der Wilhelminenaue in Bayreuth, auf dem Gelände der ehemaligen Landesgartenschau. Seit Baubeginn im Mai 2019 sind etliche naturnahe Elemente entstanden, wie Tümpel, Teiche, Blumen- und Streuobstwiese oder Magerflächen. Alles errichtet in ehrenamtlicher Arbeit. Wer Artenvielfalt im eigenen Garten fördern möchte, braucht allerdings nicht unbedingt 10.000 Quadratmeter. Alle Projekte auf dem Gelände lassen sich in kleinerem Maßstab im eigenen Garten realisieren. Auch das ist das Ziel des Vereins: Anregungen liefern, Tiere auch im eigenen Garten zu fördern.

Warum Totholz?

Am heutigen Tag steht Totholz im Mittelpunkt. Unverzichtbar für die Artenvielfalt, allein über 1000 Käferarten sind in unterschiedlichen Lebensstadien auf totes Holz angewiesen. Und auch Wildbienen profitieren vom Totholz. Totholz gibt es auf der Fläche in verschiedenen Varianten. Als Haufen, als einzelnstehende Stämme oder als Baumaterial.

"Das Wort Totholz hört sich halt so tot an, aber das Gegenteil ist der Fall. Das ist ein superguter Lebensraum. Wir haben hier ganz viele Totholzkäfer, die ihre Gänge ins Holz bohren. Und die ganzen Gänge, die dann da drinbleiben, die werden im Nachhinein wieder von Wildbienen besiedelt. Wildbienen können wieder eine Nahrungsquelle für Vögel sein und dann schließt sich irgendwann dieses Nahrungsnetz. Und das fördert man einfach, wenn man Totholz auf der Fläche hat."

Thomas Pickel

Totholz ist in nahezu jeder Größe sinnvoll für Tiere. Es muss nicht gleich ein riesiger Haufen sein, auch ein kleiner Stamm, in der Sonne oder im Schatten platziert, kann ein wertvoller Lebensraum werden. Auf dem Gelände des Naturgartens nisten unter anderem Holzbienen in Totholzstämmen. Sie werden je nach Art bis zu 3 cm lang sind die größten in Deutschland vorkommenden Wildbienen.

Hochbeete aus Totholz

Heute sollen drei Hochbeete für heimische Wildpflanzen entstehen. Eines aus Stammholz, eines aus Astholz, eines aus Reisig. Damit zu arbeiten ist natürlich etwas kniffliger, als mit vorgefertigten Bauteilen. Wie viele Helferinnen und Helfer an solchen Aktionstagen kommen, wissen Thomas Pickel und die weiteren Vereinsvorstände vorher nie genau. Entscheidungen werden aber vor Ort immer gemeinsam getroffen und bei Unklarheiten wird abgestimmt. „Wir sind da superflexibel!“, sagt Thomas Pickel. Und so stehen nach einigen Stunden Schufterei drei ganz unterschiedliche Hochbeete, die man so sicher nicht im Baumarkt bekommt.

In jedes Beet kommt eine andere Erdmischung. Von eher nährstoffreich bis mager. Die Pflanzen haben die Naturgärtnerinnen und Naturgärtner selbst gezogen. Das Saatgut stammt von Wildpflanzen aus der Umgebung Bayreuths. Solche gebietseigenen Pflanzen sind für die Insekten besonders wertvoll, denn sie sind ideal aneinander angepasst.
Insgesamt landen heute 50 verschiedene Pflanzenarten in den Beeten.
Mit den Hochbeeten ist ein weiteres Projekt im Naturgarten des Vereins „Die Summer e.V.“ abgeschlossen. Und es ist sicher nicht das letzte. In den nächsten Jahren soll der Garten noch strukturreicher werden und möglichst viele Menschen inspirieren, ihre Gärten auch ein bisschen naturnäher zu gestalten.

Kontakt

Die Summer e.V.
Bismarckstr. 8
95444 Bayreuth
E-Mail: mail@diesummer.de