BR Fernsehen - Querbeet

Mini-Garten fürs Fensterbrett Moos-Terrarium anlegen

Thomas Pickels Leidenschaft sind Moose. Für ein Moos-Terrarium sammelt er heute verschiedene Arten auf dem Gelände des Ökologisch-Botanischen Gartens in Bayreuth. Hier lesen Sie, wie man ein Moos-Terrarium anlegt.

Stand: 12.04.2019

Moose sammeln

Über 130 Moosarten hat der Masterstudent der Geoökologie gemeinsam mit Kollegen auf dem Gelände des Ökologisch-Botanischen Gartens in Bayreuth bereits nachgewiesen. Heute sammelt er verschiedene Moose im Botanischen Garten, um sie in einem Moos-Terrarium nebeneinander zu pflanzen. Beim Sammeln in der Natur gilt: nur dort, wo es erlaubt ist und nur kleine Mengen. Einige Moose dürfen gar nicht gesammelt werden. Genaueres findet man in der Bundesartenschutzverordnung. Moosvielfalt zeigt sich aber oft auch im eigenen Garten, etwa in Rasenflächen.

"Moose sammeln bedeutet ja auch, ganz genau hinzuschauen und die Natur wahrnehmen, die Natur auch schätzen lernen. Darum finde ich es gar nicht verkehrt, wenn sich Menschen mit sowas Kleinem beschäftigen."

Thomas Pickel

Moos-Terrarium anlegen

Und hier die Tipps von Thomas Pickel zum Bau eines Moos-Terrariums:

Die Materialien

- Glasbecken 60x30x30 cm mit Glasdeckel (um Luftfeuchte zu halten)
- magerer Sand als Untergrund, gut anfeuchten
- Strukturelemente wie Wurzeln, Totholz, Tonscherben, Steine
- Pflanzensprüher
- Pinzette, kleine und große Scheren, Gartenschere
- Moose aus dem Garten mit etwas Bodensubstrat sammeln. Kleine Mengen reichen!

Die Gestaltung

Bei der Gestaltung achtet Thomas Pickel darauf, die künstlichen und natürlichen Materialien so zu kombinieren, dass sich ein harmonisches Bild ergibt. Die hohen Elemente kommen in den hinteren Bereich, die flacheren nach vorne. So, dass die Landschaft für den Betrachter leicht ansteigt. Die Gestaltung geschieht meist spontan. Je nachdem, welche Moose und Materialien zur Verfügung stehen.

Moose, die man häufig in Rasenflächen findet und die sich gut für die Kultur in einem Moos-Terrarium eignen:

Standort und Pflege

Hell, aber ohne direkte Sonne, etwa ein helles Nordfenster. Am besten wachsen die Moose bei Temperaturen von 18-20°C. Temperaturen über 30° führen zum Absterben der Moose, weil diese dann mehr Reservestoffe verbrauchen, als sie durch die Photosynthese wiedergewinnen können. Für eine ausreichende Luftfeuchte die Moose jeden Morgen mit Leitungs- oder Regenwasser besprühen. Düngen ist nicht nötig, denn den Moosen reichen als Mineralstoffquelle Staubpartikel aus der Luft, die durch das Besprühen an die Moosoberfläche gelangen.
Falls Schimmel auftritt: keine Panik! Das Terrarium für etwa 2-3 Tage ohne Glasabdeckung stehen lassen. Die Oberflächen trocknen so ab und der Pilz verschwindet. Die Moose überleben ein kurfristiges Austrocknen ohne Probleme.

Lese-Tipp:

„Moose im ÖBG – 40 Arten im Portrait“ von Thomas Pickel und Simon Streit
Erhältlich im Ökologisch-Botanischen Garten Bayreuth

Kontakt

Ökologisch-Botanischer Garten der Universität Bayreuth
95440 Bayreuth
Telefon: 0921 552961
Email: obg@uni-bayreuth.de

Öffnungszeiten

März bis Oktober
Das Freigelände ist geöffnet:
Montag–Freitag: 8 bis 19 Uhr
Sonntag & Feiertage: 10 bis 19 Uhr
Die Gewächshäuser sind geöffnet:
Montag–Freitag: 10 bis 15 Uhr
Sonntag & Feiertage: 10 bis 16 Uhr

November bis Februar
Das Freigelände ist geöffnet:
Montag - Freitag: 8 bis 16 Uhr
Sonntag & Feiertage: 10 bis 16 Uhr
Die Gewächshäuser sind geöffnet:
Montag - Freitag: 10 bis 15 Uhr
Sonntag & Feiertage: 10 bis 16 Uhr

Samstags geschlossen.