BR Fernsehen - Querbeet

Experiment Löwenzahnkaffee

Kaffee aus Löwenzahn? Ob das wirklich schmeckt, hat Harald Harazim für uns ausprobiert. Und zwar mit Löwenzahnwurzeln. Positiver Nebeneffekt: weniger Löwenzahn in der Wiese.

Stand: 15.03.2019

Und so geht’s:

Als erstes muss Harald Harazim die Pflanzen ausgraben. Möglichst im Ganzen. Dabei achtet er darauf, dass es auch tatsächlich Löwenzahn ist und nicht irgendeine Wurzel, die vielleicht giftig ist. Deswegen die Blätter erst entfernen, wenn die Pflanze sicher bestimmt wurde. Sind genug Wurzeln zusammen, muss Harald Harazim sie noch gründlich waschen. Denn verarbeitet werden sie ungeschält. Zu groß wäre ansonsten der Schwund. Bevor aus dem Löwenzahn Kaffee werden kann, fehlen aber noch einige Schritte.

Der nächste: kleinschneiden. Dabei gilt: je kleiner geschnitten wird, desto schneller trocknet der Löwenzahn. Die Löwenzahnscheiben gibt Harald Harazim zum Trocknen auf ein Handtuch. Zu verholzte Teile sortiert er dabei aus. Der Löwenzahnkaffee trocknet dann entweder 1-2 Tage im Wintergarten oder auf dem Herd, der ohnehin angeschürt ist.

Die Haupttrocknung findet dann beim Rösten statt. Wie lange die Wurzeln geröstet werden müssen, ist Gefühlssache, sagt Harald Harazim. Wie bei normalem Bohnen auch gilt: je länger geröstet wird, desto intensiver der Geschmack. Beim Rösten aber unbedingt darauf achten, dass nichts anbrennt! Harald Harazim gibt außerdem den Tipp, ein Wurzelstück etwas abkühlen zu lassen, zu zerbrechen und auf den Pfannenboden fallen zu lassen. Der Klang verändert sich mit dem Fortschreiten des Röstens, er wird höher.

Und weil „nur“ Löwenzahn“ zu langweilig wäre, experimentiert der Gärtner gleich noch mit Dinkel. Auch der wird geröstet und gemahlen. So kann er beide Komponenten mischen.
Und das Fazit: Eine Art Kaffee aus Löwenzahn herzustellen funktioniert. Nur in Sachen Geschmack muss jeder für sich die richtige Röstung und Mischung finden.

Hier nochmal die Schritte im Überblick:

- ernten mit Laub
- Laub entfernen
- Wurzeln waschen
- Wurzeln kleinschneiden (ca. 1-2 mm dicke Scheiben) und trocken (überm Ofen, der Heizung oder an der Luft, je nach Jahreszeit)
- rösten, in einer Pfanne ohne Öl, bis der gewünschte Röstgrad erreicht ist und mahlen
aufbrühen und genießen

Kontakt

Harald Harazim
Umweltpädagoge, Wald- und Naturlehrer

Am Neubruch 21
86199 Augsburg

Telefon: 0821 156794
Email: info@renate-hudak.de