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Düngen und Schädlinge absammeln Lilienpflege im Sommer

In seiner Gärtnerei in Erlangen, der Lilienarche, kultiviert Stefan Strasser Lilien, Taglilien und Schwertlilien. Wir haben ihn dort besucht und uns ein paar Tipps zur Pflege von Lilien und Taglilien abgeholt.

Von: Julia Schade

Stand: 24.07.2020

Schädlingskontrolle – Schnecken und Lilienhähnchen

Die Lilienarche ist eine Bio-Gärtnerei, mineralische Dünger oder chemischer Pflanzenschutz kommen hier nicht zum Einsatz. Wenn es an die Schädlingsbekämpfung geht, muss Stefan Strasser also selbst Hand anlegen. Schnecken sammelt er früh am Morgen in einem Eimer und verfüttert sie an die heimischen Fische und Frösche im Himmelsweiher. Würde er das nicht tun, könnten die Schnecken seinen ganzen Bestand vernichten, egal ob Taglilien oder Lilien. Den Lilien erschwert zudem noch das Lilienhähnchen ihr Leben. Lilienhähnchen sind kleine rote Käfer, die am Laub fressen und ihre Eier auf dessen Unterseite legen. Daraus schlüpft eine Larve, die geschützt in einem Kotsack heranwächst und dabei ebenfalls enorme Fraßschäden anrichten kann. Ist die Larve groß genug, wandert sie entlang des Stiels in den Boden, verpuppt sich, wird zum Käfer und alles beginnt von vorne.

Auch Lilienhähnchen bekämpft Stefan Strasser manuell. Das beste Stadium, um das zu tun, sind die Eigelege. Die kann er einfach mit den Fingern abstreifen. Larven und Käfer sammelt er ab. Doch das Absammeln der adulten Tiere ist nicht so leicht. Auch sie sitzen an den Blattunterseiten. Ihre Oberseite ist knallrot, ihre Unterseite schwarz. Fühlen sie sich bedroht, lassen sie sich fallen und drehen sich dabei um. Wenn sie auf der Erde landen sind sie nahezu unsichtbar. Um das zu verhindern, empfiehlt Stefan Strasser, zweihändig auf die Jagd zu gehen: eine Hand kommt von oben und simuliert die Bedrohung, die andere hält man unter das Blatt. Dann lassen sich die Käfer in die untere Hand fallen.

Taglilien ausputzen

Viele Taglilien-Sorten sind selbstreinigend. Das heißt, sie werfen verblühte Blüten von alleine ab. Bei Sorten, bei denen das nicht der Fall ist, muss man nicht unbedingt ausputzen und kann verblühtes und daraus entstehende Samenstände an der Pflanze belassen. Den Taglilien schadet das nicht. Lediglich wen es stört, dass die verblühten Blüten im Stock bleiben, sollte sie entfernen. Taglilien sind zudem remontierend. Das heißt, sie treiben nach einem radikalen Rückschnitt nochmals aus und blühen ein zweites Mal. Außerdem bilden sie Rhizome. Das heißt: Sie speichern ihre Nährstoffe in einem System aus verdickten Sprossachsen.

Lilien ausputzen

Die eigentlichen Lilien dagegen haben Zwiebeln als Speicherorgane. Aus jeder Zwiebel kommt ein Blütenstiel. Ist der verblüht, schneidet Stefan Strasser ihn knapp unter seinem Ansatz ab. Denn im Fall der Lilien schadet es den Pflanzen, wenn man ihnen die Samenstände belässt. Schneidet man sie ab, können sie mehr Energie in das Wachstum der Zwiebel stecken. Stefans Strassers Tipp zum Schnitt: ein Schnitt genügt. Knapp unterhalb des Blütenansatzes. Schneidet man jeden Samenstand einzeln ab, entstehen viele kleine Wunden und somit viele Eintrittspforten für Krankheitserreger.

Lilien mit Komposttee düngen

Nach der Blüte lagern Lilien Nährstoffe fürs kommende Jahr ein und ihr Laub färbt sich gelb.
Zeit, sie zu düngen. Stefan Strasser hat dafür seine eigene Methode. Die Grundlage bildet gesiebter Wurmkompost. Also die Ausscheidungen von Regenwürmern, die mit organischen Abfällen gefüttert werden. Für Stefan Strasser die beste Erde, die es gibt. Daraus stellt der Gärtner einen Komposttee her. Das kann ein Konzentrat sein, das später verdünnt wird oder alles wird bereits im gewünschten Verhältnis von Kompost zu Wasser angesetzt. Zum Aufgießen verwendet der Gärtner Regenwasser, weil das chlorfrei ist. Dann darf der Komposttee 4 Tage ziehen. Dabei muss er ständig in Bewegung bleiben, damit er belüftet wird und die Mikroorganismen aus dem Wurmkompost sich vermehren. Um sie zu ernähren, gibt Stefan Strasser noch Gesteinsmehl in den Tee. Damit er nicht vier Tage ununterbrochen rühren muss, behilft er sich mit einer Luftpumpe für Aquarien. Die hält den Tee in Bewegung.

Bevor der Komposttee ausgebacht wird, bekommt jede Lilie eine Prise von mit Gülle und Gesteinsmehl aktivierter Pflanzenkohle. Die stellt Stefan Strasser ebenfalls selbst her. Alternativ kann man die sogenannte Biochar auch über den Fachhandel beziehen. Die Kohle verbessert den Boden und hilft ihm, Nährstoffe und Wasser besser speichern zu können. Dann kommt der Tee, gegossen wie Wasser. Der ist zwar, was den Nährstoffgehalt anbelangt, recht dünn, die enthaltenen Mikroorganismen stärken aber die Pflanzen, helfen ihnen beim Wachsen und reduzieren dadurch die Gefahr von Krankheitsbefall 

Hier die genaue Zusammensetzung von Stefan Strassers Komposttee:

- 200 Liter Wasser
- 1 Liter Wurmkompost
- 50 Gramm Gesteinsmehl

Kontakt

Lilien-Arche Erlangen
Gustav-Adolf-Straße 2
91056 Erlangen
Telefon: 0171 3156045
E-Mail: stefanstrasser@live.de