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Wollmispel und Aloe Kübelpflanzen vermehren

Wollmispel und Aloe sind bekannte Kübelpflanzen mit Nutzen. Die Wollmispel ist essbar, die Aloe eine Heilpflanze. Und beide Pflanzen lassen sich einfach vermehren. Wie, das haben wir uns im Ökologisch-Botanischen Garten in Bayreuth angeschaut.

Stand: 09.11.2018

Die Wollmispel

Die Japanische Wollmispel, botanisch Eriobotrya japonica, stammt aus dem östlichen Mittelchina. Als Kübelpflanze darf der Strauch bereits ab März ins Freie und kann dort, je nach Witterung, bis November stehen bleiben.

Die Pflanze blüht jetzt im Herbst, ab Februar kann Gärtnerin Sophia Oertel die schmackhaften Früchte ernten. Die großen Samen werden als erstes gewaschen. Denn Reste des Fruchtfleisches könnten faulen und den Samen beschädigen.

Zur Aussaat verwendet Sophia Oertel magere Anzuchterderde. Das ist wichtig, damit die Pflanzen gezwungen sind, auf der Suche nach Nährstoffen kräftige Wurzeln zu bilden. Pro Topf setzt die Gärtnerin drei Samen, das spart Platz. Bei 20 bis 25 Grad an einem hellen Standort keimen Wollmispeln am besten.

Unter einer Frischhaltefolie oder einer Glasscheibe bleibt die Luftfeuchte um die Samen besonders hoch, was die Keimung und das erste Wachstum begünstigt. Sobald die Pflanzen einige Zentimeter gewachsen sind, werden sie vereinzelt und in größere Töpfe gesetzt.

Die Aloe vera

Die Aloe gilt als pflegeleichte Kübel- und Zimmerpflanze, da sie in ihren Blättern Wasser speichert und so auch lange Trockenphasen übersteht. Interessant ist die Pflanze aber vor allem, weil sie entzündungshemmende Stoffe enthält. Und, weil sie sich einfach vermehren lässt. Gärtnerin Sophia Oertel verwendet dabei eine Erde, die viel Sand enthält. So kann überschüssiges Wasser abfließen und stauende Nässe wird verhindert. Denn wenn sich das Wasser staut, faulen die Wurzeln der Aloe.

Ältere Exemplare, die bereits über den Topf hinausgewachsen und an der Basis kleine Pflänzchen gebildet haben, lassen sich besonders leicht vermehren. Diese Kindel, die bereits eigene Wurzeln gebildet haben, zupft Sophia Oertel von der Ursprungspflanze. Bei dieser vegetativen Vermehrung sind die Jungpflanzen genetisch identisch mit der Mutterpflanze. Der Vorteil gegenüber der Aussaat: man erhält schneller größere Pflanzen. So lange das Ausgangsmaterial gesund ist. Daher entfernt die Gärtnerin welke Pflanzenteile, um Keimen keine Angriffsfläche zu bieten.

Haben die Kindel bereits einige gut ausgebildete Blätter, gelingt die Vermehrung am besten. Beim Stecken achtet Sophia Oertel darauf, die Wurzeln nicht zu beschädigen. Die getopften Kindel kommen jetzt an einen hellen Platz ohne direkte Sonne und werden nur leicht angegossen. Generell gilt bei der Pflege der Aloe: lieber einmal zu wenig gießen als zu viel.

Kontakt

Ökologisch-Botanischer Garten
Universität Bayreuth
Universitätsstraße 30
95447 Bayreuth