BR Fernsehen - Querbeet

Idylle in der Großstadt Kleingarten in München

Mitten in München liegt die Anlage des Kleingartenvereins NW06 „Familienhilfe“ e.V., in der Sarina Barth-Firrincieli vor mehr als 14 Jahren ihren Traum vom eigenen Garten verwirklichte.

Von: Andrea Rüthlein

Stand: 06.11.2020

Im Trend

Eher zufällig hatte ihr Mann beim Joggen das Gelände am Luitpoldpark in München entdeckt. Damals war es noch einfach, eine Parzelle anzumieten, da ein Schrebergarten als spießig angesehen war. Heute hat sich das geändert, auch jüngere Leute sind daran interessiert, auf einem kleinen Stück Land Obst und Gemüse anzubauen und in einer lauschigen Pergola den Sommerabend zu genießen. Sogar einen eigenen Honig gibt es in diesem Idyll, das im Jahr 2018 zwei Auszeichnungen als „nachhaltigste Kleingartenanlage“ erhielt: Gold in Bayern und bundesweit Silber.

Bedrohtes Idyll

Was Sarina Barth-Firrincieli hier fand, das war ein Garten, zu dem sie schnell hin radeln konnte. Einer, der die Stadtflucht hinauszögerte, die zu enge Wohnung entlastete. Einen Ort, der Luft zum Verschnaufen gibt und den Tomaten mehr Sonne als der eigene Balkon. Für die begeisterte Hobbygärtnerin ist die Arbeit im Garten Yoga, Therapie und Meditation in einem. Hier könnte sie noch viel mehr Zeit verbringen, als es Arbeit und Familie zulassen.

2010 kam dann die große Herausforderung: Der ganze Grund im NW 6 musste abgetragen werden, denn er war mit teer- und ölhaltigen Altlasten aus einer Abfallgrube verseucht, die sich dort vor dem ersten Weltkrieg befand. Insgesamt wurden 10.000 Kubikmeter Boden mitsamt den Pflanzen entfernt. Das ganze Gelände und auch der Garten von Sarina Barth-Firrincieli musste neu angelegt werden – und so etwas hat die Hobbygärtnerin noch nie gemacht. Fotos zeugen von dieser Zeit und es ist bewundernswert, was sie aus diesem Garten nun gemacht hat.

Gärtnern nach dem Mond

Der Spalierapfel ist jetzt im Oktober voll mit großen und saftigen Äpfeln – ein Erfolg, der sie besonders freut und auch bestätigt. Denn ihre ganze Gartenarbeit beruht auf den Mondkalender. Den Spalierapfel hat sie an den Tagen zurückgeschnitten, die nach dem Mondkalender dafür vorgesehen sind. Dass er von Anfang an so gut getragen hat, liegt ihrer Meinung nach auch daran. Und weil nach dem Mondkalender heute ein guter Tag zum Einpflanzen ist, setzt Sarina Barth-Firrincieli ihre neu erworbene Spalierbirne in den Boden ein.

Ganzjährig Gemüse

Danach geht es zum Gemüsebeet: Jetzt im Herbst gibt es dort zwar nichts mehr zu ernten, aber mit Spinat als Gründüngung bereitet sie den Boden auf den Winter vor. Dessen Wurzeln halten ihn locker, und da Spinat ein Wintergemüse ist, kann man ihn praktischerweise auch noch essen.
Mit ihren letzten Cocktailtomaten hat Sarina Barth-Firrincieli etwas Anderes vor als sie zu essen:
Untern den verschiedenen Sorten, die sie heuer geerntet hat, haben ihr diese ganz besonders gut geschmeckt. Deshalb holt sie die Samen aus den kleinen Tomaten heraus und breitet sie auf einem Küchentuch aus. Wenn sie dann trocken sind, sollten sie dunkel gelagert werden. Im nächsten Frühjahr will Sarina Barth-Firrincieli aus den Samen Tomatenpflanzen vorziehen, die dann hoffentlich wieder so gut schmecken.

Und dann lässt sie den Tag auf ihrer Terrasse ausklingen. Nichts könnte schöner sein als nach einem Nachmittag im Garten die letzten warmen Herbstabende zu genießen...

Kontakt

Kleingartenverein NW6
Schleißheimer Straße 280
80809 München