BR Fernsehen - Querbeet

Kultur, Pflege, Sorten Katzenminze

Bei Stauden wie Katzenminze gibt es gerade zu tun. Was genau habe wir uns in der Staudengärtnerei Müller in Soyen angeschaut. Staudengärtner Christian Müller stellt zudem noch seine Lieblingsarten und -sorten vor…

Stand: 17.05.2019

Stecklingsvermehrung

Manche Katzenminzen wie Nepeta x faassenii ‘Walkers Low‘ lassen sich ausschließlich vegetativ vermehren. Über Stecklinge. Es handelt sich hierbei um Hybriden aus verschiedenen Arten, die sich nicht versamen. Wertvolle Nektarspender für Insekten sind diese Pflanzen aber trotzdem. Und somit vermehrungswürdig!
Wer sie vermehren will, schneidet Kopfstecklinge. Die bestehen aus 2-3 vollausgebildeten Blattpaaren. Geschnitten werden sie ca. 0,5 cm unterhalb des Nodiums, also der Blattachsel.

Dann geht’s ab in Vermehrungssubstrat. Das ist nährstoffarm und regt die Pflanze an, rasch eigene Wurzeln zu bilden. Das Substrat kann man entweder in kleine Schalen oder wie im Film in Multitopfplatten füllen. Das sind Platten, die viele kleine Waben besitzen. In jede davon kommt ein Steckling. Gesteckt wird er bis zum ersten Blattpaar. Dann nur noch angießen. Christian Müller macht das nicht von oben, denn dabei bestünde die Gefahr, dass die Stecklinge ausgeschwemmt werden, vor allem, wenn das Substrat sehr trocken ist. Er stellt seine Stecklingsplatten in Wannen, die bis zu einer Höhe von ca. 3 cm mit Wasser gefüllt sind. In diesem Bad bleiben die Stecklinge etwa 3-5 Minuten stehen und das Substrat kann sich vollsaugen.
Die Anwachsrate bei Katzenminzen beträgt meist nahezu 100 %. Hilfreich für derartige Erfolge ist die bei Christian Müller vorhandene, hohe Luftfeuchte im Gewächshaus. Zuhause gewährleistet man das, indem man die Stecklinge mit Frischhaltefolie abdeckt. Dann aber unbedingt regelmäßig lüften, da sich sonst Pilze und andere Krankheiten ausbreiten können.

Topfen

Etwa 8 Wochen nach dem Stecken bekommt der Katzenminzen-Nachwuchs größere Töpfe und mehr Nährstoffe. Christian Müller entscheidet sich für eckige Töpfe mit einer Kantenbreite von 12 cm und handelsübliches Topfsubstrat in Bioqualität. Jeder Steckling bekommt seinen eigenen Topf. Wenn die Pflanzen angewachsen sind – das erkennt man am Neuaustrieb der frischen Blättchen – kann man sie entspitzen. Das heißt, man entfernt die obersten beiden Blattpaare. So verzweigen sich die Jungpflanzen stärker und wachsen später buschiger.

Weiterkultur

Im Herbst desselben Jahres oder im darauffolgenden Jahr haben die kleinen Katzenminzen Pflanzqualität und können standortgerecht ins Beet gepflanzt werden.

Die im Film vorgestellten Arten und Sorten

Für trockene, magere und eher heiße Standorte:

- Nepeta x faasenii ‘Walkers Low‘, violettblaue Blüte, Mai bis Juli, 80 cm
- Nepeta racemosa ‘Snowflake‘, weiße Blüte von Mai bis Juli und im September, 30 cm
- Nepeta racemosa ‘Superba‘, von Katzen heiß umschwärmt, blauviolette Blüten, April bis September, 30 cm
- Nepeta racemosa ‘Odeur Citron‘, Zitronenduft, blaue Blüte, April bis Juli und September, 30 cm

Für frische, nährstoffreiche Beete:

- Nepeta cubanica, dunkelviolett, Juni bis Juli, 80 cm
- Nepeta cataria ssp. citriodora, blüht weiß von Juli bis September, alte Bauerngartenstaude, Zitronenduft, Teepflanze, 50 cm
- Nepeta ‘Weinheim Big Blue‘, dunkelviolett, Juni bis September, 70 cm