BR Fernsehen - Querbeet

Gemüse des Jahres Gurken im Garten und auf dem Teller

Im Garten von Brigitte Goss wachsen überall Gurken. In Hängeampeln, im Beet, an Rankgittern, im Topf. Die Gärtnerin hat in diesem Jahr die unterschiedlichsten Sorten ausprobiert und ist jetzt schon gespannt, wie die Ernte ausfällt.

Von: Sabrina Nitsche

Stand: 02.08.2019

Sortenvielfalt

Grün, glatt und lang – so sieht die Standard-Salatgurke im Supermarkt aus. Doch das ist nicht alles. Je nach Sorte gibt’s Minifrüchte mit kaum 5 Zentimetern bis hin zu Schlangengurken mit 30 Zentimetern und mehr. Einige sind stachlig, andere glatt. Die Früchte können gelb, hellgrün oder auch gestreift sein. Kurz gesagt: Wer sich etwas mit den Sorten befasst, findet eine unglaubliche Vielfalt. Und genau das hat Brigitte Goss in diesem Jahr gemacht. Im Frühjahr hatte sie dann so viele Jungpflanzen, dass sie kaum noch wusste, wohin damit. Deshalb wachsen jetzt einfach überall Gurken.

Sorten:

  • ‘Lilli Lilliput‘ – eine Sorte, die auch in Hängeampeln und Kübeln gedeiht
  • ‘Rhinish Pickling‘ – eine alte rheinische Sorte, frühe Ernte
  • ‘Richmond Green Apple‘ – eine Sorte mit runden Früchten, spät tragend
  • ‘Jurassic‘ – eine Salat- oder Schlangengurke mit runzliger Oberfläche, früh tragend
  • ‘Mertus‘ – eine F1 Hybride mit vielen Früchten, jungfernfrüchtig
  • ‘Bush Pickle‘ – kompakt wachsende Sorte, eignet sich auch für Kübel
  • ‘Spacemaster‘ – reich tragende Sorte mit vielen Früchten

Licht und Luft

Nach dem Anziehen ging es Ende Mai für die Gurken nach draußen. Dort hat die Gärtnerin sie in Beete und Töpfe gepflanzt. Als Erde verwendet Brigitte Goss eine Mischung aus torffreier Blumenerde und eigenem Kompost. Als Dünger haben sie einen organischen Langzeitdünger beigemischt bekommen. Jetzt im Sommer gibt’s zudem Flüssigdünger aus der Wurmkiste und Wurmkompost. Gut mit Nährstoffen versorgt haben die Gurken ab Juni die ersten Früchte gebildet. Im Moment gibt’s so viele Gurken, dass die Gärtnerin kaum mehr weiß, wohin damit. Deshalb experimentiert sie mit verschiedenen Konservierungsmethoden. Legt die Gurken ein, lässt sie milchsauer vergären und friert sie ein. Dieser Tipp kam von einem Bekannten. Nach dem Einfrieren sind die Gurken zwar etwas matschig, aber voller Geschmack.

Pflege und Erntetipps von Brigitte Goss:

  • Gurken immer an vollsonnige Standorte pflanzen
  • gut mit Wasser und Nährstoffen versorgen
  • die Nebentriebe und Fruchtansätze am Anfang entfernen – die Gurken sollen erst einmal kräftig wachsen, dann fruchten
  • Gurken immer abschneiden, nie abreißen
  • untere Blätter regelmäßig entfernen
  • regelmäßig ernten, damit die Pflanzen immer neue Blüten bilden
  • rechtzeitig ernten, damit die Früchte nicht zu groß werden
  • bei samenfesten Sorten eine Frucht voll ausreifen lassen, um neue Samen zu gewinnen

Rezept: Chow-Chow Relish

Zutaten:
-
Gurken
- 200 ml Essig
- 100 ml Wasser
- 1 rote Zwiebel
- 100 g Gelierzucker
- etwas Salz (bei Bedarf)
- Gewürze nach Geschmack (Koriander, Senfmehl, Pfefferkörner, Dill, Kurkuma)

Zubereitung:
Die Gurken nur waschen und in kleine Würfel schneiden. Über Nacht in Salz ziehen lassen. Am nächsten Tag überschüssiges Wasser abgießen, die Gurken evtl. noch einmal mit Wasser spülen, falls sie zu salzig sind.
Den Sud kochen. Dafür die kleingeschnittene Zwiebel leicht anschwitzen, mit Wasser und Essig ablöschen und die Gewürze dazu geben. Das Ganze einmal aufkochen und die abgegossenen Gurkenstücke dazugeben. Je nach Geschmack nachwürzen/salzen und alles nur einmal kurz aufkochen lassen – die Gurken sollen noch bissfest sein, deshalb nicht zu lange kochen. Dann kommt noch der Gelierzucker dazu. Anschließend kann das Relish in sterilisierte Gläser abgefüllt werden. So hält es sich viele Monate. Es schmeckt zu Burgern und zu Brotzeit mit Wurst und Käse, so die Erfahrung von Brigitte Goss.
(Ein Rezept von Brigitte Goss)