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Regrow your veggies Gemüse nachziehen an der Fensterbank

Salat-Strunk, Lauchwurzel oder Avokado-Kern - bei den meisten ein klarer Fall für die Biotonne oder den Kompost. Regrower sind da anders. Sie legen den vermeintlichen „Abfall“ in Wasserschalen oder Töpfe und warten bis zur nächsten Ernte.

Stand: 08.02.2019

Melissa Raupach und Felix Lill sind solche Regrower. Die beiden Freunde und Arbeitskollegen experimentieren seit Jahren mit Gemüsepflanzen, testen wer es schafft nachzutreiben und frisches Grün zu produzieren. Doch damit das Gemüse auch wirklich gut sprießen kann, muss es vital genug sein, sagt Melissa Raupach. Am besten wäre natürlich Bio-Gemüse direkt vom Wochenmarkt. Doch auch normale „Supermarktware“ kann weiterleben.

Für Anfänger geeignet?

Gut funktionieren Romanasalate, Lauchzwiebeln, Avocado und Zitronengras. Um die Chancen zu erhöhen, sollten Salate, Lauchzwiebeln und Co möglichst frisch verarbeitet und dann die „Reste“ angemessen versorgt werden. Einfache Einmachgläser oder Trinkgläser eignen sich als Gefäße und auch leere Tetrapacks oder Dosen funktionieren. Also vieles, was im Haushalt ohnehin anfällt. Zum Nachziehen von Avocados braucht es zudem Töpfe und Substrat. Der Kern wird gründlich gewaschen und in einen Topf gepflanzt oder erstmal im Wasser angetrieben. Das hat den Vorteil, dass man die Entwicklung beim Keimen beobachten kann.

Für das Anziehen im Wasserglas piekst Felix Lill in jeden Kern drei bis vier Zahnstocher. Diese halten den Keimling an Ort und Stelle und verhindern, dass er ganz im Wasser liegt. Ist der Avocado-Samen eingetopft oder im Wasserglas, braucht er unbedingt einen warmen Platz und viel Zeit. Mehrere Wochen können vergehen, bis sich erste Triebspitzen zeigen. Nach einem Jahr ist die junge Avocado dann bereits 60 bis 80 Zentimeter hoch. Auch, wenn es kaum eine Avocado-Ernte im Zimmer geben wird, die Pflanzen sehen schön aus und zeigen einen beeindruckenden Überlebenswillen.

Lauchwurzel, Frühlingszwiebel und Salat-Strunk kommen in wasserdichte Gefäße und dann direkt ans Fenster. Denn nur bei ausreichend Licht können die Pflanzen weiterwachsen. Damit nichts fault, wechseln Melissa Raupach und Felix Lill das Wasser täglich. Beginnen die Pflanzen zu wachsen, werden sie eingetopft und dann wieder zurück ans Fenster gestellt.

Regrowing – ein einfacher Trend?

Für Melissa Raupach und Felix Lill ist das Nachziehen von Gemüse nicht einfach irgendein Trend. Beiden liegt daran, möglichst nachhaltig zu Leben. Das betrifft alle Bereiche. Möglichst nichts wird weggeworfen, möglichst viel selbst recycelt. Zudem macht das Nachziehen von Gemüse Spaß, denn es ist immer wieder erstaunlich, wieviel Kraft und Überlebenswillen in einzelnen Pflanzenteilen steckt. Die beiden sind zudem davon überzeugt, dass das „Regrowen“ für jeden Städter eine gute Gelegenheit ist, seinen Lebensmitteln beim Wachsen zuzusehen, den Bezug zu Obst und Gemüse zu stärken. Beide haben schon viele Freunde und Bekannte mit ihrer Begeisterung für das Gemüse-Nachziehen angesteckt. Eine riesige Ernte ist zwar nicht drin, aber es macht Spaß …

Kontakt

Felix Lill und Melissa Raupach
Email: info@plantura.garden