BR Fernsehen - Querbeet

Wenn ein Architekt in Rente geht… Gemüse auf der Dachterrasse

Wenn ein Architekt in Rente geht, braucht er eine neue Beschäftigung. Danilo Schacherl hat sich so dem Gärtnern verschrieben, obwohl er keinen Garten hat. Obst, Gemüse, Kräuter – alles wächst in Töpfen und Kübeln auf einer Dachterrasse mitten in München.

Von: Sabrina Nitsche

Stand: 08.11.2019

Okra, Ananaskirsche, Äpfel

Geht nicht, gibt’s nicht – ist das Motto von Danilo Schacherl. Paprika, Tomaten und Zucchini bauen viele Hobbygärtner auch auf Balkon und Terrasse an. Doch wie ist es mit Okra, Äpfeln und Kartoffeln? Immer wenn der Gärtner von einer spannenden Pflanze hört, probiert er sie aus. So zum Beispiel Okra. Im letzten Jahr hat er gleich fünf Kübel mit dem Gemüse kultiviert. Dann eigenes Saatgut genommen und dieses im Frühjahr erneut ausgesät. Seit September erntet er die reifen Früchte. Auch Zucchini, Ananaskirschen und gleich drei verschiedene Kartoffelsorten wachsen auf der Terrasse. Alles in Töpfen und Kübeln. Viel Arbeit machen die Pflanzen eigentlich nicht, sagt der Gärtner – nur Gießen musste er dieses Jahr viel. Dafür steht jetzt im Herbst eine reiche Ernte an…

Kartoffelernte

In gleich vier Kübeln sind in diesem Jahr Kartoffeln gewachsen, obwohl der Gärtner nur drei bepflanzt hat. Der Grund: Im letzten Jahr ist wohl eine Knolle beim Ernten übersehen worden, im Frühjahr hat sie ausgetrieben und ist jetzt genauso erntereif, wie ihre bewusst gelegten Nachbarn. Auch bei den Kartoffeln liebt der Gärtner ungewöhnliche Sorten – rote und blaue Kartoffeln oder auch Hörnchenförmige Exemplare wachsen im Topf. Pro 10 Liter Topf erntet Danilo Schacherl um die drei Kilo Knollen. In Sachen Kartoffeln ist der Gärtner damit fast Selbstversorger.

Sonnenplatz für Kräuter

Direkt am Küchenfenster wachsen die Kräuter von Danilo Schacherl. Minzen, Oregano, Zitronenmelisse, Salbei, Thymian und viele andere. Gewachsen sind die Pflanzen überaus üppig, geerntet hat der Gärtner trotzdem nur wenig. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge sind der Grund dafür. Denn diese lieben die Blüten der Kräuter. Nachdem die Blüten nahezu ununterbrochen von Insekten besucht waren, hat es der Architekt nicht übers Herz gebracht größere Mengen zu ernten. Er hat es dafür genossen auf seiner Terrasse zu sitzen und dem Surren der Insekten zu lauschen.